Marco Staudenmaier (links) und Frank Hoffmann hoffen auf Hilfe. Foto: Achim Zweygarth

Die Feuerwehr in Stuttgart-Plieningen bittet um vergleichsweise überschaubare Hilfe. Jeder, der kurz darüber nachdenkt, was die Wehren tun, kennt die Antwort, findet unsere Autorin Judith A. Sägesser.

Plieningen - Es reicht, einmal kurz nachzudenken. Dann ist jedem klar, dass der Kommandant der – wohlgemerkt – Freiwilligen Feuerwehr Plieningen recht hat. Die Männer und Frauen haben sich ein Hobby ausgesucht, das seinesgleichen sucht. Statt zu kicken oder Englisch zu lernen, gehen sie im Notfall in brennende Häuser oder bergen Unfallopfer aus scheußlichen Situationen. Dass das mehr als ehrenwert ist, versteht sich von selbst. Vielleicht aber auch nicht.

Freiwillige Feuerwehren sind keine Vergnügungsvereine

Wer Feuerwehrmann wird, tut dies nicht, damit ihm andere auf die Schulter klopfen. Doch wenn die ehrenamtliche Feuerwehr die Stadt um Hilfe bittet, weil sie sich überfordert sieht, sowohl das Magazin selbst zu putzen als auch Reinigungskräfte aus der klammen Kasse der Ehrenamtlichen dafür bezahlen zu müssen, dann ist das eindeutig Alarmstufe Rot.

Im dritten Paragrafen des Feuerwehrgesetzes von Baden-Württemberg steht grob übersetzt, dass sich eine Gemeinde um ihre Feuerwehren zu kümmern hat. Bei Kameradschaftsabenden kann es zwar sicher lustig zugehen, aber Freiwillige Feuerwehren sind keine Vergnügungsvereine. Sie sind im Notfall da und versuchen, Schlimmeres zu verhindern. Die ungehörten Hilferufe der Lebensretter müssen ein Ende haben. Alles andere wäre peinlich. Das gilt für den beschriebenen Fall in Plieningen genauso wie für alle anderen Fälle in der Stadt.

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