Frank Hoffmann (links) und Marco Staudenmaier reinigen die Fahrzeughalle. Foto: Felizitas Eglof

Keine Erzieherin reinigt die Toiletten in der Kita, kein Lehrer fegt im Klassenzimmer durch. Warum also sind seine Leute für die Sauberkeit im Feuerwehr-Magazin verantwortlich? Das fragt sich ein Kommandant und bittet um mehr Geld.

Plieningen - Der erste Versuch ist schiefgegangen. Die Bezirksbeiräte haben die Freiwillige Feuerwehr Plieningen mit ihrer Bitte abblitzen lassen, statt dass sie den Ruf nach Hilfe vernommen hätten. Nur, weil der Bezirksbeirat jetzt mehr Geld habe, würde er noch lange keine Toilettenreinigung bezahlen, hieß es unisono. Die Feuerwehr hatte um 1000 Euro gebeten – für die Reinigung des Besucherbereichs und der Toiletten.

Was vielleicht zunächst skurril klingt, ist eigentlich ganz einfach: Die Freiwillige Feuerwehr sieht es nicht ein, weshalb sie ehrenamtlich das Magazin kehren, Schnee schippen, Laub rechen sowie Rasen mähen soll und darüber hinaus für die Reinigungsfirma, die einmal im Monat kommt, bezahlen soll. Die Kosten dafür liegen laut Dennis Mayer, dem Kommandanten, bei gut 2000 Euro. Von der Stadt gebe es einen Zuschuss von 1300 Euro im Jahr. Heißt: Die Feuerwehr muss drauflegen.

Die Stadt habe sich um ihre Feuerwehren zu kümmern

Aber warum eigentlich? Das fragt sich Dennis Mayer und wird deshalb auch an die Branddirektion schreiben. „Erzieherinnen putzen den Kindergarten nicht selbst, Lehrer nicht die Schule und Bezirksbeiräte nicht das Bezirksrathaus“, sagt Mayer. Die Stadt ist nach Ansicht von Dennis Mayer dazu verpflichtet, die Feuerwehr beim Nötigsten zu unterstützen. Mayer verweist aufs Landesfeuerwehrgesetz. Darin sei klar geregelt, dass eine Gemeinde ihre Feuerwehr unterhalten müsse. Und dazu gehöre eben nicht nur, ein neues, gläsernes Magazin zu bauen, sondern auch ein Plan, wer all die Scheiben regelmäßig putzt.

Der Kommandant Dennis Mayer berichtet, dass zum Beispiel die örtlichen Kindergärten übers Jahr alle zur Brandschutzerziehung kommen. „Wir haben öffentliche Besuche.“ Da sei es doch nur natürlich, dass die Stadtverwaltung auch ordentliche Rahmenbedingungen schafft. Mal ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Feuerwehr für alle wichtig sei, dass es sie nicht um ihrer selbst willen gebe. „Die Feuerwehr fordert, dass ein öffentliches Gebäude vom Kostenträger gereinigt wird“, sagt Mayer.

Wofür ist die Feuerwehr eigentlich zuständig?

Wobei der Kommandant klarstellt, dass die Kameraden durchaus bereit sind, Besen und Rechen in die Hand zu nehmen. Das ist unter den 37 aktiven Feuerwehrleuten in Diensten klar geregelt. „Aber es kommt immer noch etwas oben drauf“, sagt Mayer. Dass sich die Kameraden auch noch ums begrünte Dach des Magazins kümmern, konnte laut Mayer glücklicherweise abgewehrt werden. „Irgendwann muss man eine Linie ziehen: Wofür sind wir zuständig und wofür nicht?“

Frank Knödler, der Leiter der Branddirektion Stuttgart, sagt, ihm sei der Engpass in Plieningen neu. Bisher sei er davon ausgegangen, dass die 24 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren in Stuttgart mit dem Zuschuss für die Reinigung klarkommen. Den Zuschuss fürs Putzen gebe es übrigens erst seit circa anderthalb Jahren, vorher hätten die Wehren ihre Magazine selbst geputzt. Für die finanzielle Unterstützung „habe ich mich damals eingesetzt“, sagt Knödler. Und eben dies werde er auch für die Plieninger Feuerwehr tun, sollte sich herausstellen, dass es ein Problem gibt. Eine Lösung wäre, dass die Plieninger Wehr die Putzfirma wechselt, „oder wir passen das Budget an“.

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