Nach dem Frontal-Crash am Freitagabend mit seinem blauen Polo starb der Geisterfahrer noch an der Unfallstelle. Foto: Rosar

Bevor es am Freitagabend zu dem folgenschweren Unfall am Schönbuchtunnel kam, war der Geisterfahrer bereits in der Herrenberger Gegend umhergeirrt. Der 76-Jährige wollte nach Hause in den Zollernalbkreis. Er fuhr in Gärtringen auf die Fernstraße – in den Gegenverkehr.

Herrenberg - Der Falschfahrer, der am Freitagabend vor dem Südportal des Schönbuchtunnels auf der Autobahn 81 einen schweren Unfall verursacht hat, ist laut der Polizei an der Anschlussstelle in Gärtringen links auf die Fernstraße abgebogen. „Zuvor ist er im Umkreis von Herrenberg auf den Straßen umhergeirrt“, sagte Peter Widenhorn, der Sprecher des Polizeipräsidiums in Ludwigsburg. Der 76-Jährige aus dem Zollernalbkreis habe von Reutlingen kommend nach Hause fahren wollen, jedoch die Orientierung verloren, sagte Widenhorn weiter. Die Ursache dafür sei offenbar seine starke Zuckerkrankheit gewesen. „Wie bei ihm festgestellt wurde, hat er am Freitag kein Medikament zu sich genommen,“ berichtete der Ludwigsburger Polizeisprecher. Bei der Fahrt in die falsche Richtung war der Senior auf der A 81 frontal mit dem Wagen einer 35-Jährigen kollidiert, die auf der linken Spur aus Richtung Singen kam. Der Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Die Irrfahrt hatte nach den Erkenntnissen der Ermittler bereits lange vor dem verhängnisvollen Unfall begonnen. „Der 76-Jährige hat mutmaßlich zunächst eine Abfahrt der Bundesstraße 27 bei Tübingen verpasst und ist auf der B 28 weitergefahren“, sagte Widenhorn. Es hätten sich Zeugen gemeldet, denen der Mann wegen seines unsicheren Fahrverhaltens aufgefallen sei. Ein Autofahrer sei ihm bis Herrenberg gefolgt, wo der 76-Jährige zwei rote Ampeln überfahren habe. Danach habe der Mann offenbar versucht, in Herrenberg auf die A 81 in Richtung Singen zu gelangen, was allerdings misslungen sei. Denn anschließend fuhr er in Richtung Gärtringen weiter. „Zeugen haben ihn dort gesehen“, erklärte Widenhorn. Er habe dann die Autobahneinfahrt in Richtung Stuttgart genommen und sei danach in die Gegenrichtung Singen und bis durch den Schönbuchtunnel gelangt, resümierte der Polizeisprecher.

Unfallopfer ist außer Lebensgefahr

Ein Autofahrer hatte um 23.09 die Notrufzentrale angerufen und den Falschfahrer gemeldet. „Um 23.12 lief die Meldung im Radio“, sagte Peter Widenhorn. Zu dem Zusammenprall wenige Meter vor dem Südportal am Schönbuchtunnel kam es um 23.15 Uhr. Autofahrer zogen den 76-jährigen Man beherzt aus seinem total demolierten VW Polo und leisteten Erste Hilfe. Kurze Zeit später trafen die Rettungskräfte ein. Der 76-Jährige starb jedoch noch vor Ort. Die 35-Jährige, die einen Mazda mit einem Schweizer Autokennzeichen fuhr, erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde in eine Klinik eingeliefert. „Sie schwebt nicht mehr in Lebengefahr“, sagte der Polizeisprecher. Die Frau konnte von den Ermittlern bisher noch nicht vernommen werden.

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