Noch mal verschieben oder trotz Corona im Sommer heiraten? Viele Ehewillige stehen vor dieser Entscheidung. Foto: dpa/Matthias Hiekel

Dank der Coronapandemie gelten auch für Hochzeitsfeiern besondere Restriktionen. Wie ist die Nachfrage in den Standesämtern für den Sommer 2021? Wir haben nachgefragt.

Filder - Der Sommer kommt, und damit die Hochzeitssaison. Während die Coronapandemie im Jahr 2020 für viele verschobene oder sogar ausgefallene Hochzeitsfeiern gesorgt hat, steht noch nicht fest, wie dies im Sommer 2021 sein wird. Sicher ist: Bis zum Sommer wird die Pandemie nicht vorbei sein. Die erneuten Lockdowns, Ausgangssperren sowie die Impfkampagne lassen jedoch auf Besserungen hoffen. Hoffen auch die Brautpaare auf einen besseren Sommer, und spiegelt sich das in den Anmeldungen? Wir haben bei Standesämtern in der Filderregion nachgefragt.

Viele rechnen wohl mit einem guten Sommer

In Leinfelden-Echterdingen berichten die Kolleginnen aus dem Standesamt durchaus von einer großen Nachfrage, berichtet Thomas Krämer, Pressesprecher der Stadt. Für den Monat Mai seien 21 Trauungen angemeldet. Für den Juni sind 16 Termine reserviert, im Juli 17 und im August und September jeweils 14. „Darunter sind einige, die von früheren Terminen nun auf den Sommer verschoben worden sind“, erklärt Krämer. Viele Brautpaare, so heißt es aus dem Standesamt, rechneten mit einem guten Sommer, in dem auch größere Gästezahlen bei den Hochzeitsfeiern zugelassen sein werden. „Aktuell ist es erlaubt, dass das Brautpaar sowie zwei weitere Personen teilnehmen“, so der Sprecher. Bisher seien im Jahr 2021 in Leinfelden-Echterdingen 30 Ehen geschlossen worden – „das sind nicht weniger als in einem normalen Jahr“. In L.-E. gibt es in den Rathäusern in Leinfelden und in Echterdingen je ein Trauzimmer.

Auch in Steinenbronn sind es „gefühlt mehr Nachfragen“ als sonst, gibt Andrea Weigl vom dortigen Standesamt bekannt, „da coronabedingt im letzten Jahr einige Trauungen abgesagt wurden“. Man habe tatsächlich bereits einige Anfragen und Anmeldungen zu Eheschließungen im Sommer 2021.

2020 gab es 14 Prozent weniger Trauungen in Filderstadt

In Filderstadt gab es in den Jahren 2018 und 2019 jeweils 180 Eheschließungen, sagt Jan-Stefan Blessing. Der Leiter des Ordnungsamts ist auch für das Standesamt zuständig. Im Coronajahr 2020 seien es 156 gewesen. „Dies bedeutet einen Rückgang um etwa 14 Prozent“, sagt Blessing. Für 2021 sind von Mai bis August insgesamt 55 Trautermine in den vier Filderstädter Stadtteilen vorgemerkt oder haben bereits stattgefunden. „Dies bewegt sich nur leicht unter dem Vorjahresniveau“, so Blessing. Im Jahr 2020 haben von Mai bis August 64 Trauungen stattgefunden. Eine besonders starke Nachfrage für 2021 wird in Filderstadt also nicht verzeichnet. Auch in Filderstadt ist derzeit bei den Trauungen lediglich das Brautpaar mit zwei Trauzeugen erlaubt.

In Waldenbuch sind die Liebespärchen noch zurückhaltend, berichtet Petra Eisele, die Stadtsprecherin, aus dem Standesamt. Es gebe viele Gründe dafür: der Pandemieverlauf sei weiterhin nicht absehbar, Feiern zuhause oder in Restaurants seien immer noch nicht möglich, und auch die Personenzahlen bei der Trauung selbst seien begrenzt. Im Standesamt gibt es dadurch mehr Arbeit als sonst: „Durch die weiterhin schwierige Situation und der damit verbundenen Einschränkungen werden wie 2020 auch in diesem Jahr Termine für die Trauungen von den Brautpaaren kurzfristig reserviert, storniert oder mehrmals auf einen späteren Zeitpunkt verlegt“, sagt Eisele, „teilweise auch in das Jahr 2022“. In Waldenbuch sind Trauungen im Alten Rathaus und im Schloss möglich.

Mehr Kontakt zwischen Brautpaaren und Standesamt

Einen ähnlichen Aufwand verzeichnen auch die Standesämter der Stuttgarter Filderbezirke, Degerloch, Sillenbuch, Plieningen/Birkach, Vaihingen und Möhringen. „Die Kontaktintensität zwischen Standesamt und interessierten Paaren wegen der Termine ist wesentlich höher als sonst“, sagt Verena Rathgeb-Stein, die Chefin des Stuttgarter Standesamts. Schwer zu beantworten sei die Frage, ob die Nachfrage in diesem Jahr verstärkt ausfalle. „Es hält sich ungefähr die Waage zwischen gleichbleibend und geringer“, schätzt Rathgeb-Stein.

Neben den Trauzimmern der Rathäusern kann man in den Filderbezirken auch an sogenannten Wunschorten heiraten: im Alten Rathaus in Plieningen, auf dem Fernsehturm in Degerloch, in der Alten Kelter in Vaihingen sowie draußen im Grünen im Kirschenbaumgarten der Gärtnerei Elsäßer. Aktuell ist lediglich das Brautpaar erlaubt, weitere Gäste bei der Trauung sind nicht zugelassen.

Laut Rathgeb-Stein gibt es im Bezirk Plieningen/Birkach 46 Anmeldungen zur Trauung für den Sommer, in Degerloch 30, in Möhringen 44 und in Vaihingen 104.

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