Die Brücke über die Körsch in der Hinteren Gasse muss saniert werden. Foto: /Ulrike Rapp-Hirrlinger

Der Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2022 sieht hohe Investitionen vor. Trotzdem kommt die Gemeinde Denkendorf ohne die Erhöhung von Steuern und Gebühren aus.

Denkendorf - Digitalisierung, Kinderbetreuung, neue Baugebiete und Klimaschutz prägen den Etat der Gemeinde Denkendorf in diesem Jahr. Man wolle mit dem Zahlenwerk wegweisende Signale aussenden, sagte der Bürgermeister Ralf Barth bei der Einbringung des Haushalts im Gemeinderat. Rund 13,6 Millionen Euro will die Gemeinde investieren. Damit bewege man sich auf Rekordniveau, so Barth.

 

Schwerpunkte der Investitionen liegen in der Erschließung des neuen Wohngebiets „Wasserreute“ und des Gewerbegebiets „Nördlich Albstraße“. Während sich in der „Wasserreute“ Fortschritte abzeichnen und Barth davon ausgeht, dass es jetzt spürbar vorangeht, laufe es im Gewerbegebiet sehr zäh. Doch auch hier gebe es seit wenigen Tage positive Signale.

Fortschritte bei der Digitalisierung

Die Digitalisierung der Schulen habe im vergangenen Jahr große Fortschritte gemacht, berichtete Barth. Neben der Medienausstattung gehört dazu der Breitbandausbau, der in diesem Jahr auch in den Gewerbegebieten weitergehen soll. Zudem forciert die Telekom den Glasfaserausbau im Ort.

Viel Geld nimmt die Gemeinde für die Kinderbetreuung in die Hand. Mehr als 5,7 Millionen Euro fließen in den laufenden Betrieb. Zwei Millionen Euro gibt das Land als Zuschuss. Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren durch die Schaffung neuer Plätze kontinuierlich erweitert. Dadurch könne man dem Bedarf derzeit gerecht werden und es gebe keine Wartelisten, erklärte Barth. Der Ausbau soll mit dem Neubau des Kinderhauses Alter Eichwald weitergehen. Die Kita mit angegliedertem Familientreff entsteht beim Kinder- und Jugendzentrum Focus. Mit Kosten von rund sechs Millionen Euro ist sie eine der größten Investitionen der Kommune in den nächsten Jahren. Auch ein neuer Bauhof soll entstehen. Schwerpunkt der Straßensanierungen ist die Umgestaltung der Unteren Gänsweide.

Die Körschbrücke muss saniert werden

Mit der Generalsanierung der Körschbrücke in der Hinteren Gasse neigt sich das Sanierungsprogramm „Kloster/Körsch“ seinem Ende zu. Die Gemeinde erwäge, sich für ein weiteres Sanierungsgebiet im Bereich der oberen Ortsmitte zu bewerben, kündigte der Bürgermeister an.

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Weitergehen soll es mit der naturnahen Umgestaltung der Körsch. Als nächster Sanierungsabschnitt ist der Verlauf zwischen Kirchstraße und Neuhäuser Straße geplant. Da Anlieger dazu auf Flächen verzichten müssen, lasse sich das Vorhaben nur im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern realisieren. Derzeit führe man Gespräche und sei „auf einem guten und konstruktiven Weg“. Erneuerungen in der Kläranlage und den Regenüberlaufbecken sollen ebenfalls dem Umweltschutz dienen. Um die Mobilität zu steigern, arbeitet die Kommune auf die Verbesserung des Busverkehres und die Anbindung des neuen Wohngebiets „Wasserreute“ an den ÖPNV hin.

Investitionen werden aus Eigenmitteln bestritten

Der Bürgermeister geht trotz aller – vor allem durch die Pandemie bedingten Unwägbarkeiten – zuversichtlich ins neue Haushaltsjahr. Die Erhöhung von Steuern und Gebühren ist nicht vorgesehen. Auch Kämmerer Albrecht Schürrle freut sich über deutlich bessere Zahlen als im Vorjahr, auch wenn das Ergebnis für 2021 besser ausfallen werde, als ursprünglich erwartet. Die Kommune könne die Investitionen der kommenden Jahre ausschließlich aus Eigenmitteln bewältigen, erklärte der Finanzfachmann. Zum Jahresende wird die Kommune ein Finanzpolster von rund 23 Millionen Euro haben. Der Kämmerer rechnet zudem mit erheblich gestiegenen Steuereinnahmen und Zuweisungen. Aus der Einkommensteuer sollen gut 7,8 Millionen Euro kommen, an Gewerbesteuern erwartet Schürrle rund fünf Millionen Euro. Die Zuweisungen der öffentlichen Hand sollen sich auf gut 4,2 Millionen Euro belaufen. Zugleich müsse Denkendorf weniger Umlagen unter anderem an den Landkreis abführen.

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Knapp 4,1 Millionen Euro muss die Gemeinde Denkendorf für Personalkosten ausgeben. Das macht laut Schürrle gut 15 Prozent des Haushaltsvolumens aus. Knapp 770 000 Euro entfallen auf die Instandhaltung kommunaler Gebäude. Schwerpunkt ist hier die Sanierung der Wohngebäude in der Sudetenstraße.

Ecxkdaten und Investitionen

Ergebnishaushalt
Erträge 28,5 Millionen Euro; Aufwendungen 27,5 Millionen Euro, Ergebnis minus 1 Million.

Finanzhaushalt
Zahlungsmittelüberschuss Ergebnishaushalt: 2,7 Millionen Euro. Ausgaben aus Investitionstätigkeit: 13,6 Millionen Euro. Einnahmen aus Investitionstätigkeit: 5,8 Millionen Euro. Finanzierungsbedarf für Investitionen: 7,8 Millionen Euro. Saldo: minus 5,1 Millionen Euro. Das Finanzpolster zum Jahresende: 23 Millionen Euro. Die Gemeinde Denkendorf ist schuldenfrei.

Investitionen
Umgestaltung Untere Gänsweide 640 000 Euro; Neubau Kinderhaus Alter Eichwald 600 000 Euro; Sanierungsgebiet Kloster/Körsch 550 000 Euro; Gymnasialer Schulverband Ostfildern 962 000 Euro; Breitbandausbau 350 000 Euro.