Überragende Leistung und acht Tore: Göppingens Kapitän Tim Kneule. Foto: imago/Eibner

Mit einer beeindruckenden Energieleistung zwingt Frisch Auf Göppingen den Meister SG Flensburg-Handewitt in die Knie. Damit verschafft sich das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer Luft zum zweiten Abstiegsplatz.

Göppingen – Als in diesem dramatischen Handball-Bundesliga-Spiel der 28:26(17:13)-Überraschungssieg von Frisch-Auf Göppingen über den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt perfekt war, brachen in der EWS-Arena alle Dämme. Die begeisterten 4700 Zuschauer jubelten ausgelassen. Die Spieler von Frisch Auf stürzten sich auf Daniel Rebmann: Der Torwart hatte 30 Sekunden vor Schluss mit einer Glanzparade gegen den frei vor ihm auftauchenden Kreisläufer Joannes Golla den 27:27-Ausgleich verhindert. Nach einer Auszeit von Trainer Hartmut Mayerhoffer stellte der ebenfalls überragende Kapitän Tim Kneule mit seinem achten Tor den Endstand her.

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„Wenn wir 100 Prozent geben, können wir jeden schlagen“, sagte Rebmann nach der Galavorstellung. Genau das scheint aber auch ein wenig das Problem der Mannschaft zu sein. Zwar kann mit diesem dünnen Kader nicht immer eine solche Energieleistung wie gegen Flensburg erwartet werden, doch ein wenig mehr Konstanz im Team der Grün-Weißen müsste dennoch möglich sein. Trainer Hartmut Mayerhoffer bat aber im Rückblick auf die 26:29-Niederlage vor einer Woche im Derby in Stuttgart nochmals um mildernde Umstände: „Wir sind erst zwei Tage vor dieser Partie morgens vom Auswärtsspiel in Nordhorn zurückgekehrt. Das ist nicht so leicht wegzustecken.“

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Gegen Flensburg präsentierte sich seine Mannschaft auf die Minute topfit. Neben Kneule waren Ivan Sliskovic (6) und Marcel Schiller (6/2), dem eine Einladung zum Nationalmannschafts-Lehrgang unter dem neuen Bundestrainer Alfred Gislason winkt, die besten Werfer. Für Flensburg waren Golla, Holger Glandorf (je 5) und Marius Steinhauser (5/1) am erfolgreichsten. Trotz des starken Göppinger Auftritts geriet der verdiente Sieg am Ende noch einmal in Gefahr. Hauptgrund: Beim 23:19 (44.) kassierte Frisch Auf in Überzahl zwei Gegenstoßtore. Der Meister kam auf 21:23 heran. Beim 25:25 gelang der Ausgleich. Doch Frisch Auf bewahrte kühlen Kopf – und konnte sich auf Teufelskerl Rebmann zwischen den Pfosten verlassen.

Feiertag für Frisch Auf

Überglücklich war Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne nach dem Überraschungssieg: „Das war ein großer Tag für uns. Sowohl mit Blick auf die Tabelle, aber auch weil wir endlich mal wieder einen Großen geschlagen haben.“

Diese Leistung gilt es nun zumindest annähernd zu bestätigen. Einfach wird es nicht. Es stehen zwei Auswärtsspiele bei der HSG Wetzlar (Mittwoch, 19 Uhr) und bei der TSV Hannover-Burgdorf (Sonntag, 16 Uhr) auf dem Programm.

Frisch Auf: Rebmann (1.-60.), Kastelic (ne.); Neudeck (ne.), Theilinger 3, Kneule 8, Bagersted 1, Sliskovic 6, Sörensen, Schiller 6/2, Rentschler 2, Goller (ne.), Hermann, Kozina 1, Norouzinezhad 1.

SG Flensburg-Handewitt: Buric (1.-26.); Bergerud (26.-60.); Golla 5, Glandorf 5, Svan, Wanne 2/1, Jeppsson 1, Jöndal, Steinhauser 5/1, Heinl, Zachariassen, Sögard 4, Gottfridsson 4, Schöngarth, Jurecki.

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