Baubürgermeister Hahn (stehend mit Zettel in der Hand) erläutert den Bewohnern, was mit dem Travertinpark geschehen wird. Foto: Baur

Der Travertinpark wird noch in diesem Jahr umgestaltet.

Hallschlag - Die Natur ist auch mitten in der Stadt zu finden. Mauereidechsen und Wildbienen zum Beispiel fühlen sich auf dem Hallschlag pudelwohl. Zwischen den Weinbergen oberhalb von Bad Cannstatt und dem Wohngebiet haben sie in einem ehemaligen Steinbruch einen optimalen Lebensraum gefunden. Das 2,7 Hektar große Gelände der ehemaligen Firma Haas ist bisher größtenteils unzugänglich und soll nun Erholungs- und Rückzugsort für die Bewohner des Hallschlags werden.

Am Dienstag hat der Baubürgermeister Matthias Hahn den Startschuss für die Umgestaltung des Travertinparks zu einem Naherholungsgebiet gegeben, das nicht nur Cannstatter anlocken soll. „Es entsteht ein Naturerlebnisraum mitten in der Stadt“, sagte Hahn. Um seltene Tiere und Pflanzen zu schützen werde nur punktuell in den Grünbestand eingegriffen; außerdem würden die Arbeiten mit dem Populationszyklus der Mauereidechsen abgestimmt.

„Es werden Wege, Sitzmöglichkeiten und Aussichtspunkte geschaffen“, sagte Hahn. Um geschützte Rückzugsräume für Tiere zu erhalten, würden auch in Zukunft nicht alle Flächen des Parks für die Menschen zugänglich gemacht. Relikte der ehemaligen Nutzung des Geländes als Steinbruch – wie zum Beispiel Bruchschotterinseln und ein Sägeschlammhang – sollen erhalten bleiben und Informationstafeln aufgestellt werden. Im ehemaligen Steinbruch soll ein von Regenwasser gespeister Teich entstehen, der einerseits Biotop ist und andererseits die Besucher des Parks daran hindert, die brüchigen ehemaligen Abbauflächen des Steinbruchs zu betreten.

Naherholungsgebiet vor der Haustür

800 000 Euro kostet die Umgestaltung; 60 Prozent der Kosten tragen Bund und Land, die das Projekt im Rahmen des Programms Soziale Stadt fördern. Bei der Bürgerbeteiligung konnten die Bewohner des Hallschlag sich unter anderem aus Naturschutzgründen zwar nicht unmittelbar selbst einbringen, sind aber vom Entwurf der Landschaftsarchitekten Schmid, Treiber und Partner aus Leonberg angetan: „Die Menschen freuen sich sehr auf ihr Naherholungsgebiet vor der Haustür“, sagt Gritta Rotter vom Stadtplanungsamt. Schon heute gingen viele auf dem Gelände spazieren und seien froh, wenn die Wege sicherer würden.

Außerdem soll der Travertinpark auch in den geologischen Lehrpfad Bad Cannstatt aufgenommen werden: „Der Travertinpark ist kein Park im herkömmlichen Sinn, sondern ein geologisches Fenster“, sagt Georg Schiel vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Im Sommer kommenden Jahres soll die Umgestaltung fertig sein; begonnen wird mit den Arbeiten voraussichtlich nach den Sommerferien im September.

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