Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte dichter Nebel auf der B 27. Foto: SDMG

Das Gutachten zu dem schweren Verkehrsunfall auf der B 27 in der Silvesternacht soll helfen, den Hergang genau zu klären. Eine 21-Jährige war bei Nebel in eine Unfallstelle gerast, wodurch zwei Menschen starben und 15 weitere schwer verletzt wurden.

Aichtal - Der Hergang des tragischen Unfalls auf der B 27, bei dem in der Silvesternacht zwei Menschen starben und 15 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden, ist noch nicht bis ins Detail aufgeklärt. Laut der Auskunft einer Polizeisprecherin steht das Gutachten eines Sachverständigen noch aus. In jedem Fall stehe aber der „Verdacht der fahrlässigen Tötung“ gegen eine 21-jährige Autofahrerin im Raum, die damals im Nebel in die Unfallstelle gerast war. Die Untersuchungsergebnisse zum Unfallhergang würden „in den nächsten Wochen erwartet“, so die Sprecherin des Polizeipräsidiums Reutlingen. Danach werde der Bericht samt den Ermittlungsergebnissen der Verkehrspolizei an die Staatsanwaltschaft Stuttgart übergeben. Letztere entscheidet dann, wie weiter verfahren wird.

Unfall löste große Betroffenheit aus

Der Verkehrsunfall – in der Region einer der schwersten der vergangenen Jahre – hatte an Neujahr große Betroffenheit ausgelöst. Zunächst war ein in Richtung Tübingen fahrender 39-Jähriger auf Höhe des Parkplatzes Aichtal mit seinem Ford Focus im dichten Nebel mit einem deutlich langsamer vor ihm fahrenden VW Golf kollidiert. Ein nachfolgender 21 Jahre alter BMW-Fahrer krachte anschließend noch in das Heck des Fords. Weitere nachfolgende Autofahrer konnten rechtzeitig bremsen und stiegen aus, um den Unglücksopfern zu helfen. Als die 21-jährige Frau aus dem Landkreis Karlsruhe mit laut der Polizei deutlich zu hohem Tempo für die herrschenden Sichtverhältnisse nahezu ungebremst durch die Unfallstelle fuhr, befanden sich mehrere Personen auf der linken Fahrspur. Darunter auch der 39-jährige Ford-Fahrer und sein zehnjähriger Sohn, die das demolierte Fahrzeug inzwischen verlassen hatten. Sie wurden von dem Nissan Qashqai der Frau erfasst und starben noch an der Unfallstelle. Eine 31-Jährige und zwei sieben und zwölf Jahre alte Kinder, die ebenfalls in dem Ford Focus gesessen hatten, wurden ebenfalls angefahren und schwer verletzt. Auch die Nissan-Fahrerin und ihre drei Begleiter zogen sich schwere Verletzungen zu, als sie mit dem Fahrzeug gegen den BMW prallten.

Insgesamt wurden 15 Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt, darunter auch der Fahrer des VW Golf, dem ein Bein abgetrennt wurde. Die 21-jährige Unglücksfahrerin hatte nach Angaben der Polizei „keine Drogen oder Alkohol konsumiert“.

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