Kickerspiel mit den Gründern: Bauer in den Büroräumen von code_n Foto: Lichtgut / Willikonsky

Wie Mensch und Maschine kommunizieren, darüber haben sich zwei Stuttgarter Gründer Gedanken gemacht. Ministerin Theresia Bauer hat sich ihre Lösung vorführen lassen.

Stuttgart - Über hohen Besuch durften sich am Dienstag Michael Reutter und Benjamin Schaich, zwei Gründer aus Stuttgart freuen: Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) ließ sich von den beiden das Start-up aucobo GmbH zeigen. Die ehemaligen Stuttgarter Studenten beschäftigen sich mit der Frage, wie Mensch und Maschine in Fabriken und Firmen miteinander kommunizieren können – und entwickeln eine Software, die genau das ermöglicht. Die Idee: Die Mitarbeiter einer Firma stehen mithilfe von SmartWatches direkt mit den Maschinen in Verbindung und können so Fehlmeldungen erhalten und darauf reagieren. Angelegt ist das ganze in einer Art Baukastensystem. So kann die Firma dann die Software für ihren individuellen Bedarf leicht konfigurieren und anpassen. Die Ministerin lobte die Idee der beiden als hochplausibel und flexibel.

Ihr Unternehmen aucobo GmbH gründeten Reutter und Schaich mithilfe des Förderprogramms „Junge Innovatoren“, durch das das Land mit jährlich rund 1,3 Millionen Euro Neugründungen von Universitätsabsolventen unterstützt. Baden-Württemberg zahlt den Gründern ihren Lebensunterhalt, die Teilnahme an Coaching- und Weiterbildungs-Maßnahmen, übernimmt erste Unternehmensausgaben und sichert ihnen zu, die Infrastruktur der Universität nutzen zu dürfen. Bauer kündigte an, diese Förderungen in Zukunft ausbauen zu wollen. „Wir wollen diesen Ansatz verstärken. Im neuen Hochschulgesetz soll vorgesehen werden, dass Unternehmer bis zu drei Jahre nach ihrem Abschluss die Infrastruktur ihrer Universität nutzen können“, so die Ministerin. Das begrüßen Reutter und Schaich. „Diese Unterstützung ist hilfreich, vor allem in der Anfangsphase, während der recht zähen Verkaufsgespräche. Da hilft so etwas unglaublich weiter“, sagt Reutter.

Bürostandort bietet den Gründern ein Netzwerk

Angetreten sind die beiden Hochschulabsolventen zunächst ohne Idee. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, in einem Jahr ein Unternehmen zu haben“, erzählt Reutter. Daraufhin hätten sie sich wöchentlich getroffen, Trends beobachtet, Ansätze entwickelt. Herausgekommen ist dabei ihre SmartWatch-Lösung, die sie mittlerweile an Firmen verschiedener Größen vertreiben. Geholfen hat dabei auch ihr Bürostandort, denn aus der Universität ist ihr Unternehmen schon lange herausgewachsen. Fünf Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit. Jetzt sitzen sie in Stuttgart-Fasanenhof, in den Räumlichkeiten von code_n, ein Programm der GFT Technologies, das etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenbringen soll. Neben Gründern haben hier auch erfahrene Geschäftsleute Büros. So findet sich beispielsweise zwei Flure neben aucobo das Büro von Martina Merz, ehemalige Managerin bei Bosch. „Vor allem die Netzwerke, die dadurch entstehen, sind unbezahlbar“, sagt Retter. Und auch die Ministerin ist begeistert. „Ich war letztens im Silicon Valley. Man merkt, dass die Büroräume davon inspiriert sind, aber hier ist die Idee eigentlich besser umgesetzt.“

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