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Greenpeace-Aktivisten seilen sich vom Stuttgarter Landtag ab und entfalten ein Banner.

Stuttgart - Mit einer Aktion auf dem Dach des baden-württembergischen Landtags hat Greenpeace am Donnerstag gegen den geplanten Castor-Transport nach Gorleben protestiert. Vier Mitglieder der Umweltschutzorganisation seilten sich an der Fassade ab und befestigten ein überdimensionales Banner. Sie forderten die grün-rote Landesregierung auf, atompolitisch Wort zu halten und Atommüll in Philippsburg zwischenzulagern. Die sei wesentlich sicherer als der Transport nach und Lagerung in Gorleben.

Als Oppositionspartei hätten die Grünen im Frühjahr noch angekündigt, sich für ein solches Zwischenlager im Südwesten einzusetzen. „Rufen Sie die EnBW dazu auf, einen Antrag zu stellen und die noch zu erwartenden Castoren in Philippsburg zwischenzulagern“, verlangte der Atomexperte von Greenpeace, Tobias Münchmeyer. Auf das Banner hatten die Aktivisten den Spruch „Grüne: Kein Wortbruch! Atom-Transport nach Philippsburg“ geschrieben.

Grüne weisen Kritik von Greenpeace zurück

Die Grünen wiesen die Kritik an ihrer Politik zurück: „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte der Landesvorsitzende Chris Kühn. Es brauche zum Verschieben der Castor-Transporte ohnehin eine Bundesgenehmigung, ergänzte Daniel Renkonen, Vorsitzender im Arbeitskreis Umwelt und Energie. Das Einrichten eines Zwischenlagers in Philippsburg dauere zudem lange. „Wir sind Brüder im Geiste“, meinte Renkonen über die grundsätzliche Forderung nach einem Ende der Atomenergie.

CDU-Fraktionschef Peter Hauk verurteilte die Besetzung des Landtags. „Die Aktion von Greenpeace ist ein glatter Rechtsbruch“, sagte er. Das Bannmeilengesetz sei gebrochen worden und es liege Hausfriedensbruch vor. Er lehnte ein mögliches Zwischenlager in Philippsburg ab, weil es in seinen Augen zu einer „Atomisierung der Gefahr“ führe, wenn Atommüll an weiteren Standorten gelagert würde.

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