Der Göppinger Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner stellt seine aktuelle Agenda vor. Foto: dpa

Neuerdings irrlichtert der Abgeordnete Heinrich Fiechtner durch den Kreis. Es darf bezweifelt werden, dass das mit echtem Interesse zu tun hat, sagt unsere Autorin Karen Schnebeck.

Göppingen - Hier ein Grußwort, da eine Sitzung, ein Treffen mit Vertretern aus der Wirtschaft oder der Kommunalpolitik, dann zur Bürgersprechstunde und daneben all die Fahrten zu Plenar- und Fraktionssitzungen in Stuttgart . . . Auch wenn es viele Bürger nicht mitbekommen, Abgeordnete haben harte und lange Arbeitstage. Hinter vielen Zuschüssen des Landes an den Kreis Göppingen steckt der Einsatz der Abgeordneten.

Gesprochen wird über ihr Engagement kaum. Warum auch? Der Einsatz für den eigenen Wahlkreis und seine Bürger gehört zum Kern des Jobs. Genau diesen Einsatz aber hat gerade die Alternative für Deutschland (AfD) den anderen Parteien stets abgesprochen. Ein Vertreter dieser vermeintlichen Alternative ist vor zwei Jahren für Göppingen in den Landtag eingezogen. Und was macht er nun dort?

Bisher ist Heinrich Fiechtner vor allem durch Querelen aufgefallen, die mit seinem Parteiaustritt endeten. Für Streit in Stuttgart hatte er Zeit, für seinen Wahlkreis Göppingen nicht. Jetzt, wo Fiechtner keine Verbündeten mehr hat, entdeckt er plötzlich das Interesse an seinem Wahlkreis wieder, das nach seiner Wahl urplötzlich verschwunden war. Jetzt taucht er mal hier und mal dort bei politischen Veranstaltungen auf und will sich für seine Wähler einsetzen, die er zwei Jahre lang ignoriert hatte. Man kann nur hoffen, dass niemand mehr auf den Abgeordneten hereinfällt – zumal er ohne Netzwerk im Parlament tatsächlich nicht viel mehr für den Kreis tun kann, als dort herumzuspuken.

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