Glyphosat soll verschwinden – aber langsam Mit Augenmaß

Von Christoph Link 

Landwirtschaft als Idylle? Das wünschen sich viele Verbraucher. Die Realität sieht anders aus. Foto: dpa
Landwirtschaft als Idylle? Das wünschen sich viele Verbraucher. Die Realität sieht anders aus. Foto: dpa

Das umstittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll langsam aus der Landwirtschaft verschwinden. Wie lange das dauert, entscheidet auch der Verbraucher, kommentiert Christoph link.

Berlin - Vor Jahren noch galt eine Landwirtschaft ohne das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat als undenkbar. Heute sagen selbst Bauernverbände, dass man in Teilbereichen den Gebrauch des Pflanzengifts stark zurückfahren könne. Das Unkrautvernichtungsmittel ist umstritten, seit die WHO vor drei Jahren einen vagen Krebsverdacht äußerte, den andere Institute aber nie bestätigt haben. Glyphosat drohte eine ähnliche Diskussion wie die um die von der Gesellschaft verteufelte Gentechnik in der Landwirtschaft.

Klar ist aber, dass da, wo Glyphosat eingesetzt wird, kaum noch ein Kräutlein wächst. Der Stoff steht im Verdacht, mitschuld am Artensterben zu sein. Die von Landwirtschaftsministerin Klöckner vorgeschlagene Strategie zur Minderung des Glyphosateinsatzes ist ein erster Schritt in den Ausstieg und zu begrüßen. Klöckner geht mit Augenmaß vor und nimmt – als Winzertochter verständlich – Rücksicht auf die Bauern. Wenn nun Glyphosat trotz EU-Zulassung aus deutschen Privatgärten verbannt wird und die Landwirtschaft es nur im Ausnahmefall einsetzen kann, ist das gut für den Naturschutz. Im Übrigen hat es der Verbraucher in der Hand, den Abschied von Glyphosat zu beschleunigen. Ähnlich wie beim Tierwohl wirbt der Handel mit pestizidfrei angebauten Bioprodukten. Man muss sie nur bezahlen wollen.

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