Für dessen Einsatz für den "Nord-Süd-Dialog" wollte der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff seinen damaligen Sprecher Olaf Glaeseker offenbar mit dem Verdienstkreuz ehren. Das wurde nun beim Prozess im Landgericht Hannover bekannt.

Für dessen Einsatz für den "Nord-Süd-Dialog" wollte der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff seinen damaligen Sprecher Olaf Glaeseker offenbar mit dem Verdienstkreuz ehren. Das wurde nun beim Prozess im Landgericht Hannover bekannt.

Hannover - Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wollte seinen damaligen Sprecher Olaf Glaeseker wegen dessen Einsatz für die Lobbyveranstaltung „Nord-Süd-Dialog“ mit dem Verdienstkreuz ehren. Das sagte ein früherer Kollege Glaesekers aus der Staatskanzlei am Montag im Landgericht Hannover aus.

Dort ist Glaeseker wegen Bestechlichkeit angeklagt, der Party-Manager Manfred Schmidt wegen Bestechung. Glaeseker steht im Verdacht, im Gegenzug für Sponsorenwerbung bei der Party Gratisurlaube von Schmidt erhalten zu haben.

Ein zweiter früherer Kollege Glaesekers aus der Staatskanzlei betonte, Wulff sei durchaus über Glaesekers Urlaube bei dem befreundeten Manager informiert gewesen. So sei er einmal dabei gewesen, als Wulff seinen Sprecher unmittelbar nach dessen Rückkehr aus dem Urlaub gefragt habe: „Wie geht es Manfred?“ Glaeseker habe dann Grüße von Schmidt übermittelt. „Herr Glaeseker hat nie einen Hehl daraus gemacht, wo er in Urlaub war“, sagte der einstige Kollege.

Beide Zeugen bestätigten das enge Arbeitsverhältnis zwischen Wulff und Glaeseker. Beide seien sich sehr nahe gewesen. Außerdem sei der ehemalige Sprecher auch im Urlaub stets für seinen Chef erreichbar gewesen. Auch Wulffs Ex-Frau Christiane hatte das bei einer früheren Vernehmung im Gericht betont. Wulff selbst hatte hingegen 2012 bei der Staatsanwaltschaft erklärt, nichts von den Reisen seines Sprechers gewusst zu haben.

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