Der Bärensee bei Filderstadt ist ein Sorgenkind. Foto: Caroline Holowiecki

Seit Langem geht es dem Bärensee im Wald zwischen Plattenhardt und Stetten samt seiner tierischen Bewohner schlecht. Jetzt soll das große Rad gedreht werden.

Der Bärensee im Wald zwischen Plattenhardt und Stetten ist ein beliebtes Spazierziel, aber auch seit Langem ein Sorgenkind. Die Pächter, die Anglergruppe Bärensee, schlagen regelmäßig wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts Alarm, immer wieder ist vor Ort ein fauliger Geruch wahrzunehmen. Im Winter 2016/2017 ist der See umgekippt und ließ eine Tonne toter Fische zurück. Seitens der Stadt Filderstadt wurde und wird versucht, den Zustand des Gewässers zu verbessern.

 

Bereits 2009 war der See komplett ausgebaggert worden, Ende 2020 wurde er im Rahmen einer sogenannten Teilwinterung bis auf einen Rest abgelassen, außerdem wurde der Zulauf entschlammt. Mehrmals im Jahr werden Wasserproben entnommen, 2022 starteten neue Messungen. Zudem wurden bereits Bäume zurückgeschnitten, damit weniger Laub ins Wasser fällt, das sich dann dort zersetzen kann. Der durchschlagende Erfolg blieb jedoch aus.

Nun soll noch einmal am großen Rad gedreht werden. Das neueste Gutachten habe ergeben, dass man um eine Entschlammung nicht herumkommt, sagte Claudia Arold, Leiterin des Umweltschutzreferats, in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Der See weise eine sehr hohe Nährstoffbelastung auf. „Wir haben versucht, mit schonenden Maßnahmen heranzugehen, jetzt müssen wir zu drastischeren Maßnahmen greifen“, sagte sie. Das Ganze soll demnach im Herbst mittels einer Saugbaggerung passieren. Das sei im Vergleich zu anderen Verfahren sanfter für Kleinstlebewesen, allerdings sagte Claudia Arold auch: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass gar nicht mehr viel da ist.“ Weiter empfiehlt das Gutachten regelmäßige Winterungen und eine Reduzierung der Wasserpflanzen. Der Umweltbeirat hat sich bereits im vergangenen Oktober dieser Empfehlung angeschlossen, auch der Technische Ausschuss hat nun ohne Gegenstimme zugestimmt. Der Gemeinderat wird im März abschließend votieren.

Die Maßnahme wird teuer. Von etwa 260 000 Euro geht man im Fachamt aus, hinzu kommen 10 000 Euro für ein Monitoring, allerdings ist die Ausgabe alternativlos, selbst wenn unklar ist, ob damit am Bärensee langfristig Ruhe einkehren wird. „Wir haben eine rechtliche Verpflichtung, dieses Naturdenkmal zu erhalten“, sagte Arold, auch ein Umbau in ein anderes Biotop sei nicht möglich. Dafür sind die Voraussetzungen für den Bärensee denkbar schlecht. Das Gewässer ist künstlich angelegt, der Zufluss über eine kleine Schichtquelle ist sauerstoffarm, auch regnet es immer weniger. Ob man irgendwie vom Weilerhau zusätzlich Wasser zum See leiten könne, sei geprüft worden, laut Claudia Arold ist es aber unmöglich. „Es ist tatsächlich eine verzwickte Situation.“