Die Bergung und Identifizierung der Opfer hat Vorrang. Und das ist nicht leicht in dem unwegsamen Gelände in den franzöischen Alpen. Erst später sollen die Einzelteile des Germanwing-Wracks gesichert werden.

Seyne-les-Alpes - Die Bergung sterblicher Überreste hat am Ort des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen absoluten Vorrang. „Es gibt die Hoffnung, das bis Ende kommender Woche zu machen, das ist für uns die Dringlichkeit“, sagte Staatsanwalt Brice Robin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Wenn die Leichen und Leichenteile wie erhofft binnen sieben Tagen geborgen seien, wollten die Ermittler in einer zweiten Phase dann Wrackteile sichern, die für die Recherchen nötig seien.

Robin bestätigte, dass nach dem zweiten Flugschreiber weiter gesucht wird. „Er wurde immer noch nicht gefunden.“ Experten erhoffen von den Flugdaten Aufschluss über Abläufe in dem Airbus von dem Absturz.

Ermittlungen dürfen nicht nur in eine Richtung gehen

Der Ermittler von der Staatsanwaltschaft Marseille widersprach Spekulationen, wonach sterbliche Überreste des Co-Piloten der Unglücksmaschine bereits identifiziert wurden. „Es sind vertiefte DNA-Recherchen nötig, im Institut für Kriminalitätsforschung der National-Gendamerie“, so Robin. DNA steht für den chemischen Aufbau von Erbinformationen. „Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren“, so Robin. Bisher seien diese Informationen noch nicht mit denen der Familien verglichen worden.

Es werde weiter die Spur verfolgt, wonach der Co-Pilot den Airbus vorsätzlich zum Absturz brachte. Auf die Frage, warum französische Ermittler in Düsseldorf andere Möglichkeiten wie einen technischen Defekt nicht ausschlössen, sagte Robin, es handele sich vor allem um eine Vorsichtmaßnahme: „Wenn man eine Ermittlung beginnt, darf man sich nicht nur in eine Richtung begeben.“

Robin sagte, ihm lägen keine Informationen über den Gesundheitszustand des Co-Piloten vor. „Da werde ich mich später zu äußern, da die (Beweis-)Stücke in Deutschland sind.(...) Wenn ich die Stücke haben, kann ich mich äußern“, so der Ermittler.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: