Kindershow im Varieté im Jahr 2011. Foto: Leif Piechowski

Der Wirbel um die geplanten neuen Tarife für die öffentliche Musikaufführung geht weiter. Gegen die Erhöhung laufen Proteste – auch das Friedrichsbau-Varieté stößt in dieses Horn.

Stuttgart - Der Wirbel um die geplanten neuen Tarife für die öffentliche Musikaufführung geht weiter. Gegen die Reform, die die Verwertungsgesellschaft Gema für den 1. April 2013 angekündigt hat, sind bisher besonders die Betreiber von Clubs und Discotheken Sturm gelaufen. Sie befürchten massiv steigende Gebühren. Ins selbe Horn stößt jetzt auch das Stuttgarter Friedrichsbau-Varieté.

Das traditionsreiche Haus bangt angesichts der bevorstehenden Änderung um seine Zukunft. Eine Modellrechnung der Gema habe ergeben, dass man künftig rund 20.000 Euro Gebühr pro Monat bezahlen müsste – eine Erhöhung um 400 Prozent, sagt Gabriele Frenzel. Die Geschäftsführerin des Varietés bekräftigt: „Die Gema ist als Institution wichtig, da sie die Interessen der Künstler vertritt. Es kann jedoch nicht angehen, dass sie die Häuser, die die Brotgeber ebenjener Künstler sind, in den Ruin treibt.“ Unter diesen Bedingungen könne man sich „nicht mehr am Markt behaupten“.

Laut Frenzel ist der Grund für die massive Erhöhung eine falsche Einstufung. Varietés würden ähnlich behandelt wie Discos oder Clubs. Stattdessen handele es sich um Theaterbetriebe mit hohen Produktionskosten und Künstlergagen. Betroffen sind bundesweit 15 feste Varieté-Häuser. Frenzel fordert einen eigenen, den Gegebenheiten angepassten Tarif für die Varietés. Man dürfe nicht der Einfachheit halber auf Differenzierung verzichten.

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