Leonberg muss Geflüchtete aufnehmen, die Unterbringung im leeren Seniorenheim am Parksee wird aber abgelehnt. Nun ist die Hotelgruppe, der das ehemalige Amber Hotel gehört, auf die Stadt zugegangen.
In der Diskussion rund um die Unterbringung von Geflüchteten im leer stehenden Seniorenheim am Parksee hat die Stadt Leonberg eine weitere Option ins Spiel gebracht. Bereits am vergangenen Dienstag hat Oberbürgermeister Martin Georg Cohn den Landrat Roland Bernhard laut Pressestelle der Stadt über die Möglichkeit informiert, das Plaza Inn Hotel – ehemals Amber Hotel – neben der Stadthalle für die Unterbringung zu nutzen. Auch der Gemeinderat wurde inzwischen darüber informiert.
Hotelgruppe hat Unterbringung vorgeschlagen
Die Hotelgruppe Plaza Inn mit Hauptsitz in Heilbronn hat sich bereits am Montag, 23. Oktober, mit dem Angebot bei der Stadtverwaltung gemeldet, heißt es aus dem Rathaus. Kurz darauf nahm Cohn Kontakt mit der Hotelgruppe auf und brachte die Anmietung durch den Landkreis zur sogenannten „vorläufigen Unterbringung“ ins Gespräch.
Bei Landrat Bernhard sei diese Möglichkeit der Unterbringung auf positive Resonanz gestoßen, so die Stadtverwaltung. Bernhard habe signalisiert, dass man nach den Herbstferien Gespräche mit der Plaza Inn Gruppe führen werde, um so auf eine Belegung des Seniorenheims zu verzichten.
Auch OB Cohn befürwortet das Vorhaben: „Das Amber Hotel ist die beste Option für die Unterbringung von geflüchteten Menschen – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger Leonbergs, für die Geflüchteten selbst, aber auch den Landkreis Böblingen“, sagt er. „Nun liegt es an Landrat Roland Bernhard, dieses Angebot auch zu nutzen.“
OB Cohn lehnt Option mit Postareal ab
Erst vor wenigen Tagen haben die CDU-Kreisräte Helmuth Noë und Ulrich Vonderheid, mit Unterstützung des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und Stadtrat Oliver Zander, das ehemalige Postgebäude an der Eltinger Straße ins Gespräch gebracht. Der Standort am Park, so wie ihn das Vorhaben des Landkreises vorsieht, sei schon heute ein Brennpunkt, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Stadt sei aber auch in der Pflicht, Vorschläge ins Gespräch zu bringen. Landrat Roland Bernhard hatte daraufhin die Stadt um eine Prüfung des Postareals als Unterbringungsmöglichkeit gebeten.
Für Oberbürgermeister Cohn ist das derweil kaum eine Option: „Der Vorschlag zur Nutzung des Postareals als Geflüchtetenunterkunft ist als Alternative nicht zielführend“, sagt er in einer Mitteilung der Stadt. Der Gemeinderat habe bereits bindende Beschlüsse gefasst, das Postareal städtebaulich zu entwickeln. Fördermittelzusagen gingen verloren. „Außerdem wäre die vom Landratsamt notwendige Dringlichkeit für eine zeitnahe Nutzung aufgrund von Umbaumaßnahmen des Postareals als Geflüchtetenunterkunft nicht realisierbar.“ Die Bitte des Landrats, das Postareal für die Nutzung als Unterbringung für Geflüchtete zu prüfen, soll nun in der Gemeinderatssitzung am 21. November behandelt werden. Dann soll entschieden werden, ob bereits bindende Beschlüsse aufgehoben werden.