In Möhringen leben so viele Geflüchtete wie in keinem anderen Stuttgarter Stadtbezirk. Darum hat der Bezirksbeirat nun einen Antrag verfasst.
Möhringen liegt auf Platz 1 – und will es eigentlich gar nicht sein. Denn er bezieht sich auf die Zahl der Geflüchteten, die in den 23 Stuttgarter Bezirken leben. In Möhringen waren es im Oktober 1374 Menschen. Das ist nicht nur in absoluten Zahlen die Spitzenposition. Auch relativ zur Einwohnerzahl, liegt Möhringen mit 47 Geflüchteten pro 1000 Einwohnern vorn. Danach folgt Plieningen mit 40 Geflüchteten pro 1000 Einwohnern, der Durchschnitt beträgt 17 Geflüchtete pro 1000 Einwohner. Vor diesem Hintergrund, und weil mit dem Hotel Körschtal nun ein sehr zentrumsnahes Gebäude zur Unterkunft werden soll, hatte der Bezirksbeirat einen Bericht von der Stadtverwaltung gefordert. Fakt ist: Die Aufnahme von Geflüchteten ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Entsprechend der Bevölkerungszahl muss die Stadt Stuttgart 6,74 Prozent der nach Baden-Württemberg zugewiesenen Geflüchteten aufnehmen. Die Landeshauptstadt verfolgt dabei das Ziel, diese möglichst gleichmäßig auf die Stadtbezirke aufzuteilen.
Deren Voraussetzungen sind aber unterschiedlich. So ist in den Außenbezirken meistens mehr Platz. In Möhringen kommt noch hinzu, dass es mit der Belegung des Dormero-Hotels und eines weiteren Hotels im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost sehr viele Plätze in Notunterkünften gibt. Doch auch, wenn man die Zahl der Plätze in Notunterkünften herausrechnet, liegt Möhringen in der Statistik noch deutlich über dem stadtweiten Durchschnitt von 17 Geflüchteten pro 1000 Einwohnern. Darum hat der Bezirksbeirat Möhringen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefordert, dass im gesamten Bezirk „zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Belegungsmöglichkeiten mehr geprüft werden“.
Zudem verlangt das Gremium eine „frühzeitige und vor allem rechtzeitige Einbeziehung“, sollte es wieder um die Frage gehen, wo im Stadtbezirk Geflüchtete untergebracht werden können. Was das Hotel Körschtal betrifft, erwartet der Bezirksbeirat vor allem in den Sommermonaten Lärmbeschwerden der Anwohner. Er fordert daher die Verwaltung auf, präventiv für die Abend- und Nachstunden die Nutzung des Innenhofs zu regeln und hierfür einen Ansprechpartner für alle Betroffenen zu nennen.
Der Bezirksbeirat betonte, dass man mit dem Antrag nicht signalisieren wolle, „dass die Menschen uns egal sind“, wie es Hartmut Ellinger (Grüne) formulierte.