E-Autos verlieren schnell an Wert. Foto: picture alliance/dpa/Carsten Koall

Die Zahl neuer Elektrofahrzeuge steigt schnell an, doch beim späteren Verkauf drohen hohe Verluste. Während gebrauchte Diesel und Benziner am Markt gefragt sind, büßen E-Autos deutlich an Wert ein.

Stuttgart - Der Kauf eines E-Autos könnte für Besitzer zu einem schlechten Geschäft werden, wenn sie ihr Auto später verkaufen. Nach Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern entwickeln sich die Marktpreise gebrauchter E-Fahrzeuge deutlich schlechter als die vergleichbarer Diesel- und Benzinautos.

 

Für ein dreijähriges E-Auto mit 15 000 bis 20 000 Kilometer jährlicher Laufleistung waren Anfang 2020 noch 56,4 Prozent des damaligen Listenpreises zu erzielen. Bis Herbst vergangenen Jahres sank der Preis auf 47,5 Prozent. Gebrauchte Diesel dagegen waren vor zwei Jahren mit 52,2 Prozent noch deutlich weniger wert als vergleichbare E-Autos. Zwischenzeitlich ist ihr Wert aber auf 56,2 Prozent des Neupreises gestiegen. Noch höher ist mit 59,1 Prozent der Wert gebrauchter Benzinfahrzeuge, der zum Jahresende sogar auf 61,6 Prozent stieg.

Ein wichtiger Grund: die Förderprämie

Die DAT führt die Entwicklung unter anderem auf die hohe Förderprämie von bis zu 9000 Euro zurück, durch die der Preisunterschied zwischen neuen und gebrauchten E-Autos weitgehend eingeebnet wurde. Dadurch sei es für viele interessant, gleich ein neues E-Auto zu kaufen. Auch der technische Fortschritt bei E-Autos trage zum Preisverfall bei. So hätten viele die Sorge, sich mit einem Gebrauchtwagen eine veraltete Batterietechnologie, eine geringe Reichweite und lange Ladezeiten einzuhandeln.

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Verbrennerfahrzeuge dagegen profitieren davon, dass durch die Chipkrise weniger Autos produziert werden. Diese fehlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt – erschwerend kommt hinzu, dass Autovermieter im Jahr 2020 ihre Bestellungen um rund 30 Prozent senkten. Da Vermieter ihre Autos oft nach einem halben Jahr abstoßen, vergrößert dies die Lücke bei den Gebrauchten beträchtlich.

Niedrigpreise werden noch lange andauern

Die Situation wird nach Einschätzung der DAT noch länger anhalten. Durch die Verlängerung der Prämie bis 2025 wisse ein Kaufinteressent, dass er in den nächsten vier Jahren ein fabrikneues E-Auto mit hohem Rabatt erwerben könne. Dadurch werde das niedrige Preisniveau zum „Dauerzustand“.