Die Stadt Steinheim an der Murr will das Domizil der Bibliothek verkaufen. Obendrein ist gerade die Heizung kaputt. Es gibt Ideen für eine kurzfristige und eine langfristige Lösung.
Die Tage der Stadtbücherei von Steinheim in ihrem bisherigen Domizil in der Kleinbottwarer Straße 18 dürften bald gezählt sein. Die Kommune, die große Haushaltslöcher stopfen muss, will die Immobilie verkaufen. Das soll einmalig rund 540 000 Euro in die Kassen spülen. Dauerhaft erhofft man sich dadurch Einsparungen von 21 000 Euro pro Jahr, weil man unter anderem für den Unterhalt nicht mehr aufkommen muss. Perspektivisch könnte die Bücherei dann in der derzeit als Lager genutzten Klosterkelter angesiedelt werden, die nur einen Steinwurf entfernt liegt und die zu einem Bürgerhaus umfunktioniert werden könnte.
Kurzfristig soll die Bücherei allerdings im Museum für Kloster- und Stadtgeschichte untergebracht werden, sagt der Erste Beigeordnete Stephan Retter. „Flächenmäßig würde das passen“, sagt er. Ob es mit dieser Interimslösung tatsächlich hinhaut, muss sich aber erst zeigen. Man bereite derzeit einen Bauantrag vor, erklärt Retter. Die Räumlichkeiten im Museum stehen jedenfalls weitgehend leer, berichtet Heimatpflegerin Helga Becker. Schon vor Corona sei die Ausstellung nur noch sporadisch geöffnet gewesen, dann gar nicht mehr, weil das Gebäude für Trauungen benötigt worden sei.
Dagegen empfängt die Stadtbücherei aktuell weiter Besucher in der Kleinbottwarer 18, auch wenn dort die Heizung den Geist aufgegeben habe, wie Stephan Retter berichtet. Frieren müsse man nicht, weil eine Notheizung zum Einsatz komme. Das sei aber kein wirtschaftlicher Ansatz – weshalb die Stadt eben auch an der Interimslösung im Klostermuseum arbeitet.