Kornelkirschzweig. Die Pflanze macht sich als Strauch oder als Hecke im Garten gut Foto: Lorey

Frühlingsanfang – jetzt beginnt alles zu blühen. Vor allem Kornelkirschen. Die sehen ähnlich aus wie Forsythien, sind aber viel schöner und beliebter bei Bienen. Ihre Früchte sind sehr gesund.

Stuttgart - Forsythien oder Goldglöckchen (Forsythia x intermedia) wurden als Blütensträucher hierzulande noch bis in die 80er Jahre häufig in den Gärten gepflanzt. Ihre großen Blüten tönen mit schrillem Angeber-Gelb durch die Gärten, aber für die Insektenwelt sind sie Nieten, liefern weder Blütenstaub noch Nektar. Die aus der Kreuzung zweier Arten entstandene Gartenform ist steril. Früchte werden auch nicht angesetzt. Ganz anders bei der früher blühenden Kornelkirsche. Ein Superfood für Bienen und Menschen

Ihre kleinen Blüten öffnen sich schon Anfang März. Ihr Gelb ist nicht aufdringlich wie das der Forsythie, die einzelnen Blüten sind nur einige Millimeter groß. Sie stehen aber zu 15 bis 20 Stück doldenförmig zusammen.

Insekten lieben die Kornelkirsche

Der ganze Strauch wirkt wie eine gelbe Blütenwolke und ist eine wahre Nektar-Tankstelle. Hier tummelt sich im Vorfrühling, was zwei Flügel hat: Bienen, Schwebfliegen und Käfer. Nicht nur für die Insektenwelt ist die Kornelkirsche nützlich. Als heimischer Strauch aus der Familie der Hartriegelgewächse wurde er in Mitteleuropa schon seit der Steinzeit genutzt. Aus seinem harten Holz wurden Speere, Lanzen und Pfeile hergestellt.

Die roten kirschähnlichen Früchte wurden in der Volksmedizin gegen Gicht oder Magenleiden verordnet. Je nach Region hat sie viele volkstümliche Namen wie Hornkirsche (hartes Holz), Dürrlitze oder Fürwitzel (vorwitzige, frühe Blüte). Als Großstrauch wächst die Kornelkirsche meist mit mehreren Stämmen vom Boden aus, wird zwei bis sechs Meter hoch und breitet ihr Geäst genauso in die Breite aus.

Robuste Gesundheit

Der Strauch kennt laut Lehrbuch keine Schädlinge oder Krankheiten, das allein müsste ihn zu einem Bestseller unter den Blütensträuchern machen. Er ist langlebig, alte Sträucher schätzt man auf über 100 Jahre. Gute Aussichten für Gartenbesitzer mit einer Kornelkirsche.

Erst nach der Blüte treiben die glänzend grünen Blätter aus. Im Herbst verfärben sie sich gelb. Vorher reifen ab September die „Dirndln“, wie die roten Früchte auch genannt werden. Kornelkirschen fruchten fast immer reichlich, auch als einzelner Strauch, da sie selbstfruchtbar sind. Bei den Frucht­sorten fördert ein zweiter Strauch den Fruchtansatz.

Die Früchte enthalten viel Vitamin C

Die Früchte fallen ab, wenn sie dunkelrot gefärbt und vollreif sind. Zur Ernte legt man Tücher unter den Strauch und schüttelt die Früchte ab. Sie schmecken saftig-sauer, enthalten reichlich Vitamin C, Apfelsäure und Farbstoffe. Die Fruchtsorten tragen größere und süßere Früchte als die Wildart. Sie lassen sich vielseitig verarbeiten, kandieren zu Gelee, Sirup oder Konfitüre. Die großen Kerne sind bei der Verarbeitung etwas hinderlich.

Die heimische Superfrucht wird in Deutschland noch nicht plantagenmäßig angebaut. Als genügsamer Strauch sollte man sie häufiger pflanzen. Sie verkraftet Trockenheit und stellt nur geringe Ansprüche an den Boden, liebt kalkhaltige Standorte. Wem sechs Meter zu groß sind für einen Strauch, kann die Kornelkirsche beschneiden. Sie lässt sich sogar als streng geschnittene Hecke, Laube oder Pyramide in Form bringen. Dann darf man von ihr allerdings nicht mehr so viele Blüten und Früchte erwarten. Wer die Früchte nicht selbst nutzt, lässt sie hängen für Siebenschläfer, Haselmaus und Dompfaff.

Info

Kornelkirsch-Fruchtsorten gibt es diverse. Zum Beispiel
Devin: Reife spät ab Ende September. Jolico: Früchte schon an jungen Bäumen, spät reif. Schönbrunner Gourmetdirndl: birnchenförmige Früchte, süß, für Roh­verzehr. Yellow: gelbe Früchte. Schumener: große, langovale Früchte.

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