Ioannis Tsapakidis (links) und Leon Braun Foto: /Maximilian Hamm

Nach der Trennung von Fatih Ada hat fürs Erste wie schon im Herbst 2020 der Sportliche Leiter Ioannis Tsapakidis das Amt des Cheftrainers inne. An diesem Samstag treten die Fellbacher Verbandsliga-Fußballer beim TSV Essingen an.

Fellbach - Es ist, wie es war. Der Herbst 2021 schaut bei den Verbandsliga-Fußballern des SV Fellbach sehr nach dem Herbst 2020 aus. Vor etwas mehr als einem Jahr musste der Cheftrainer Giuseppe Greco von seinen Aufgaben Abstand nehmen, weil die ihm Anvertrauten um einen Abstiegsplatz nicht herumkamen. Nunmehr hat Fatih Ada seinen Dienst an der Esslinger Straße einstellen müssen; drei Tage vor der Trennung ist sein Team nach der vierten Niederlage hintereinander auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Die Nachfolge tritt fürs Erste erneut Ioannis Tsapakidis an. Der Sportliche Leiter übernimmt angesichts der Lage in der Liga zum zweiten Mal auch noch die sportliche Zuständigkeit für die Mannschaft, die an diesem Samstagnachmittag, 14 Uhr, mit dem Vielgeforderten an der Seitenlinie beim Titelanwärter TSV Essingen auflaufen wird. Die Verantwortlichen verbinden mit dem internen Trainerwechsel die Hoffnung auf einen ähnlichen Fortgang des Geschehens wie beim ersten Mal im Herbst 2020.

 

Der Sportliche Leiter leitet fürs Erste erneut selbst die Mannschaft an

Damals erhielt Ioannis Tsapakidis für die doppelte Belastung auf und neben den Fußballplätzen direkt eine doppelte Belohnung. 3:0 gegen den VfB Friedrichshafen, 3:2 beim FC Wangen: Der Fellbacher Verbund eroberte unter seiner Aufsicht in zwei Spielen sechs Punkte und verließ vor der neuerlichen Corona-Zwangspause – die Saison 2020/2021 sollte nicht mehr fortgesetzt werden – noch rasch die Abstiegsplätze. Die Klassevorstellung in Wangen war nach verbreiteter Einschätzung die bis heute beste des SVF in der Verbandsliga seit dem Aufstieg 2019.

Die Verwirrung war mitunter groß und Absicherung oft nicht erkennbar

Von einem Auftritt wie jenem am 24. Oktober 2020 im Allgäu war das Team des SV Fellbach zuletzt sehr, sehr weit entfernt. Dem Cheftrainer Fatih Ada setzten nach dem gelungenen Start im August und allerlei Komplimenten für die offensive und durchaus vielversprechende Herangehensweise Personalprobleme zu. Auch die Reihe an Coronafällen im Team beeinträchtigte die erfolgreiche Weiterentwicklung. Der 35-jährige A-Lizenz-Inhaber torpedierte an seiner ersten Trainerstation unter Männern zuweilen allerdings auch selbst die gedeihliche Spieltagsgestaltung. Seine Fußballidee war verwegen, die Verwirrung unter den Akteuren mitunter groß und Absicherung oft nicht erkennbar. Immer wieder büßten die Fellbacher Fußballer ihre Führung ein. Markantester Tiefpunkt für den SVF war die Heimbegegnung am 16. Oktober mit der TSG Tübingen (2:3), als ein Zwei-Tore-Vorsprung abhanden kam – auch aufgrund von Fatih Adas taktischen Eingriffen, wie nicht allein Ioannis Tsapakidis im Anschluss fand: „Die Tübinger wollten doch gar nichts von uns.“ Jochen Pflüger, der stellvertretende Abteilungsleiter, sagt nun: „Wir hätten uns schon damals vom Trainer trennen müssen.“

Ioannis Tsapakidis will die Spieler und die Spielfreude zurückgewinnen

Jetzt, zwei weitere Niederlagen später, ist Fatih Ada tatsächlich nicht mehr im Amt, stattdessen für ein paar Tage im Ausland und dort auch nicht zu erreichen. Ioannis Tsapakidis versucht sich derweil nach dem 0:1 gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen wieder an einer Umkehr des Trends. „Wir müssen die Spieler und die Spielfreude zurückgewinnen“, sagt der 44-Jährige. Er will das Training intensiver ausrichten – und die Rollen wieder klarer verteilen. Vorneweg zu sehen sein wird das am neuen und doch bekannten Auftrag für Leon Braun und Charalambos Parharidis. Die herausragenden Spieler der Mannschaft mussten in dieser Runde oft Positionen bekleiden, die nicht wirklich ihrer Bestimmung entsprachen. Und zumindest von ersterem ist darob auch massive Verärgerung über Fatih Ada überliefert. An diesem Samstagnachmittag wird Leon Braun wie lange gewohnt im offensiven, Charalambos Parharidis wie lange gewohnt im defensiven Mittelfeld agieren. An wesentlicher Stelle sollen die beiden dazu beitragen, dem Team wieder Halt zu geben. „Wir wollen in den nächsten Wochen noch einige Punkte holen, um an Weihnachten möglichst über dem Strich zu stehen“, sagt Ioannis Tsapakidis. Über den Abstiegsplätzen. Eben darum und nur darum geht es für den SV Fellbach bis zum letzten Spieltag am 11. Juni 2022. SV Fellbach: Gutsche – Paterno, Müller, Weiß, Jelic, Jäkel, Parharidis, Yildiz (Binner), Braun, Sessa, Domic (Koroll).