Überragendes Punktspieldebüt in der EWS-Arena gegen die Füchse Berlin: Frisch-Auf-Neuzugang Ivan Sliskovic. Foto: Baumann

Die Handballer von Frisch Auf Göppingen erwischen in der Bundesliga einen Traumstart gegen die Füchse Berlin. Die Einstellung stimmt zu 100 Prozent und drei Spieler ragen heraus – darunter ein Neuzugang, der eine lange Leidenszeit hinter sich hat.

Göppingen - Schon in der Schlussminute begannen die Feierlichkeiten auf der Bank von Frisch Auf Göppingen – und als das 21:18 (11:9) zum Start der Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin Sekunden später feststand, gab es kein Halten mehr. Die Spieler hüpften übers Feld, die Fans jubelten ausgelassen. Ein paar rieben sich auch verwundert die Augen. Einen solch starken Auftritt hätten die Wenigsten dem neu formierten Team zugetraut. „Das war ein überragender Start. Wir waren von der ersten Minute an voll da“, sagte der überragende Torwart Primoz Prost. Und Kreisläufer Kresimir Kozina ergänzte freudestrahlend: „ Was für eine Euphorie in der Halle! Der Handball ist in Göppingen wieder angekommen.“ Und was sagte Hartmut Mayerhoffer? Was sagte der neue Trainer, auf dem so große Hoffnungen ruhen? Er lobte vor allem die Einstellung: „Meine Spieler waren heute richtige Mentalitätsmonster.“

Füchse ohne Wiede und Lindberg

100 Prozent Wille und Leidenschaft waren auch zwingend nötig. Denn der Saisonauftakt hätte für Frisch Auf kaum härter sein können: EHF-Pokal-Sieger Füchse Berlin kam zwar ohne die verletzten Hans Lindberg und Fabian Wiede, aber mit dem größten und teuersten Kader der Vereinsgeschichte. Doch das Team von Trainer Velimir Petkovic enttäuschte vor allem spielerisch. Gegen die disziplinierte und bewegliche Frisch-Auf-Abwehr fanden die Füchse vor 4100 Zuschauern kaum Lücken. „Es war ein Sieg der Mannschaft“, fand Mayerhoffer. Doch neben Prost und dem bärenstarken Abwehrchef Jacob Bagersted verdiente sich noch einer ein Sternchen: Ivan Sliskovic. Der 26-jährige Neuzugang rackerte im Innenblock, war mit sechs Toren bester Werfer, glänzte mit Anspielen und holte Siebenmeter heraus. „Ivan war top. Er spielte ruhig und souverän“, lobte der Sportliche Leiter Christian Schöne.

Kommenden Donnerstag bei Meister Flensburg

Dabei hat Sliskovic eine lange Leidenszeit hinter sich: Wegen Pfeifferschem Drüsenfieber konnte der kroatische Nationalspieler nach seiner Olympiateilnahme 2016 in Rio ein gutes Jahr nicht Handball spielen. Erst in der vergangenen Rückrunde war er bei RK Celje wieder am Ball. Frisch Auf schlug nach dem Abgang von Kapitän Zarko Sesum zu Kadetten Schaffhausen zu und verpflichtete das Rückraumass. Eine Rochade, die sich als Glückstreffer herausstellen könnte. Denn Trainer Mayerhoffer sagt: „Ivan ist noch lange nicht bei 100 Prozent.“ Das klang fast wie eine Drohung an die Konkurrenz. Am kommenden Donnerstag (19 Uhr) fährt Frisch Auf zur Meister-Prüfung nach Flensburg.

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