Das Gerätehaus in der Straße In den Hochwiesen Foto: Chris Lederer

Es hat Jahre gedauert. Nach Jahren des Wartens hat die Freiwillige Feuerwehr Stammheim endlich ihr neues Gerätehaus bezogen. Was fehlt, ist noch eine Galerie für mehr Lagerraum. OB Fritz Kuhn nannte bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes eine mögliche Lösung dieses Problems.

Stammheim - Endlich im neuen Zuhause. Nach mehr als zehn Jahren des Wartens, nach vier Jahren Planung und nach einem Jahr Bauzeit ist die Freiwillige Feuerwehr Stammheim endlich in ihr neues Domizil an der Straße In den Hochwiesen gezogen. Vorbei sind die Zeiten im alten, engen und maroden Feuerwehrmagazin an der Korntaler Straße. „Sie haben jahrelang unter miserablen Bedingungen gute Arbeit geleistet“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn bei der offiziellen Einweihung am Freitagnachmittag. Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und Kreisen der Feuerwehr waren der Einladung von Abteilungskommandant Christian Frey und seinen Kameraden gefolgt, und feierten den Einzug in die neuen Räume bei strahlendem Sonnenschein und begleitet von Klängen des Posaunenchors Stammheim.

„ Für die Feuerwehr ist es entscheidend, wie gut sie ausgestattet ist“, sagte OB Kuhn in seiner Ansprache. „Die Freiwillige Feuerwehr in Stammheim musste lange auf ihr neues Feuerwehrhaus warten.“ Seit den 1930er Jahren war sie im Erdgeschoss des alten Gemeindehauses untergebracht. „Sie mussten sich bei Einsätzen und laufenden Motoren direkt neben ihren Fahrzeugen umziehen“ beschrieb Kuhn die beengten Verhältnisse alten Gebäude. Nur ein Beispiel von vielen. Etwa 3,3 Millionen Euro hat die Stadt in das neue Gebäude investiert. Zusätzlich 230 000 Euro habe das Land beigesteuert. Neben separaten Umkleideräumen für Männer und Frauen – getrennt von der Fahrzeughalle – , klar strukturierten Wegen innerhalb des Gebäudes im Einsatzfall und einer Abgasabsaugung wurde auch die räumliche Situation insgesamt, beispielsweise mit einem eigenen Raum für die wichtige Arbeit der Jugendfeuerwehr, deutlich verbessert. „Das neue Gebäude ist durchdacht geplant“, sagte Kuhn. „Sie sind an einem modernen Standort.“ Der Neubau habe einen „positiven Nebeneffekt“, sagte der OB. In dem größeren Gebäude hätten künftig auch moderne Einsatzfahrzeuge Platz. „Sie können künftig auch bessere Fahrzeuge bekommen und ich habe gehört, da tut sich was“, versprach Kuhn. „Ein Großtanklöschfahrzeug wird’s – da können Sie dann richtig draufhalten.“

Ein Großtanklöschfahrzeug soll her

62 Mitglieder zählt die Stammheimer Wehr derzeit, davon sind 40 aktiv. Das Einsatzgebiet umfasst neben Stammheim mit seinen 12 000 Einwohnern auch Bereiche von Zuffenhausen. „Mit Porsche und der JVA sind Sie für 25 000 Menschen im Einsatz.“

„Wir haben lange für den Standort gekämpft“, sagte Amtsleiter und Chef der Stuttgarter Feuerwehr Frank Knödler. Er dankte den Politikern aus Gemeinde- und Bezirksbeirat für die „wichtige und gute Partnerschaft“. „Sie haben das Projekt wohlwollend begleitet.“ Der Standort zwischen den beiden Bezirken sei bewusst gewählt. Im Hinblick auf die Einsatzorte Stammheim und Zuffenhausen ist er strategisch sinnvoll. „Wir versprechen uns davon auch, dass Bürgerinnen und Bürger aus Zuffenhausen und Stammheim die Freiwillige Feuerwehr als Mitglieder bereichern.“

Größer, moderner – fast perfekt

Der aktiven Wehr, der Jugendfeuerwehr und der Alterswehr stehen nun etwa 690 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die vier Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge beinhaltet. Daneben befinden sich im Erdgeschoss die Umkleide- und Sanitärräume für die Einsatzkräfte, Verwaltungs- und Lagerräume sowie eine Werkstatt für Kleingeräte. Im Obergeschoss gibt es einen Schulungsraum mit knapp 100 Quadratmetern, einen Jugend- und Bereitschaftsraum mit circa 40 Quadratmetern, eine Teeküche sowie eine kleine Dachterrasse.

Architekt Martin Wypior lobte die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehrspitze. „Es gab einen regen und engen Austausch.“ Die Stammheimer hätten hierfür viele Stunden und Tage ehrenamtliche Arbeit geleistet. Trotz Phosphorbomben, die auf dem Acker gefunden worden waren, trotz Lieferengpässen bei den Toren und einem Wasserschaden sei der Bau, an em sich mehr als 20 Handwerksbetriebe beteiligt haben, gut gelungen. „Ich hoffe, dass er auch eine gewisse Wertschätzung für die Feuerwehr ausdrückt und nicht nur als reiner Funktionsbau dient.“

„Ein tolles neues Zuhause“

Wertschätzung von Seiten der Nutzer ist ihm sicher. „Das ist ein tolles neues Zuhause!“, sagte Abteilungskommandant Christian Frey in seiner Rede, in der er die vielen Vorzüge des neuen Magazins würdigte und den Beteiligten herzlich dankte, nicht zuletzt auch den Ehefrauen der Vorstandschaft für ihr Verständnis. Die Freiwillige Feuerwehr Stammheim hat für den Neubau viele Stunden in Eigenleistung erbracht. Darunter fällt beispielsweise das Roden des Baufeldes vom Gehölz, was ohne das große ehrenamtliche Engagement der Wehr nicht möglich gewesen wäre. Einen Wermutstropfen gibt es noch: 15 000 Euro fehlen für eine Galerie, um den Lagerraum zu erweitern. Stadträtin Judith Vowinkel habe bereits einen fraktionsübergreifenden Antrag verfasst. Unterstützung sagte auch Fritz Kuhn zu: „Es sollte an 15 000 Euro nicht scheitern – ich sage zu, dass ich mit Bürgermeister Michael Föll ein dienstliches Gespräch führen werde“, versprach der OB. „Irgendwie werden wir die Kuh vom Eis kriegen.“

Um den Neubau auch mit den Stammheimer Bürgern und den Nachbarn aus Zuffenhausen gebührend feiern zu können, gibt es ein zweitägiges Fest. Hierfür sollte man sich laut Christian Frey schon mal den 11. und 12. Juni im Kalender markieren.

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