Gusti Brugger (vorne) und Sofie Neudert sind Stammgäste des Waiblinger Freibads und froh, dass es wieder offen ist. Foto: Gottfried Stoppel

In Waiblingen und Schorndorf sind die Freibäder offen, am 2. Juni folgt Fellbach, am Freitag Winnenden. Getestet, geimpft, genesen ist überall Pflicht. Die Zeitfenster, in die man sich einbucht, sind aber unterschiedlich organisiert.

Waiblingen - Auf diesen Moment haben Gusti Brugger und Sofie Neudert lange und sehnsüchtig gewartet: Gut gelaunt steigen die Schwägerinnen am Dienstagvormittag ins angenehm temperierte Wasser des Schwimmbeckens im Waiblinger Freibad. „26 Grad“ verkündet Schwimmmeister Michael Keppler: „Da hat die Solaranlage gestern gut eingeheizt.“ Und das Wetter zum Start der Freibadsaison hätte man kaum besser bestellen können: Die Sonne scheint, ungetrübt von Wolken, vom blauen Himmel.

„Ich hoffe, dass ich noch schwimmen kann“, sagt Sofie Neudert und lacht: Die Zwangspause wegen Corona sei schon lange gewesen. Die beiden Frauen sind Stammgäste im Freibad – und der Beweis dafür, dass Schwimmen fit und jung hält: Sofie Neudert hat im Februar ihren 88. Geburtstag gefeiert, ihre Schwägerin Gusti Brugger den 92. Die Online-Reservierung hat die Tochter beziehungsweise Schwiegertochter der Waiblingerinnen übernommen. Aus der Rinnenäckersiedlung hergefahren sind sie wie immer gemeinsam, mit Sofie Neudert am Steuer. Bis gegen 11 Uhr, zwei Stunden, wollen sie bleiben, ihre Bahnen ziehen und sich etwas Sonne gönnen, dann geht es heim: „Ein bissle Haushalt müssen wir halt auch machen.“

Drei Zeitfenster à vier Stunden

Schwimmmeister Michael Keppler beobachtet vom Beckenrand die Badegäste, die meisten ziehen ihre Bahnen mit einem Lächeln auf den Lippen. „Man freut sich, altbekannte Gesichter zu sehen“, sagt der 32-Jährige, der mit seinen Kollegen alles so vorbereitet hatte, dass der Freibadbetrieb zum gewohnten Zeitpunkt, am 1. Mai, hätte starten können. Das hat bekanntlich nicht geklappt, aber wettertechnisch, sagt Keppler, „war der komplette Monat Mai ja sowieso nichts“.

Nach drei Wochen Kurzarbeit im Mai dürfen die Stammmitarbeiter des Bads nun also ran, ebenso die acht Saisonkräfte. „Auf die kann man sich verlassen“, sagt Keppler. Der Badetag in Waiblingen ist in drei Zeitfenster à vier Stunden aufgeteilt, zwischen den Schichten bleibt den Mitarbeitern eine Stunde Zeit, um alles zu reinigen und desinfizieren. Die Duschräume allerdings sind gesperrt: „Dort ist zu wenig Platz, um den nötigen Abstand zu halten“, erklärt Michael Keppler.

Schlechte Zeiten für Warmduscher

Also bleiben nur die Kaltwasser-Duschen im Freien, unter denen aber ausnahmsweise auch Shampoo genutzt werden darf. Auch der Strömungskanal ist nicht in Betrieb. Die Gefahr sei zu groß, dass sich dort die Leute zu nahe kommen, sagt Keppler. Für den Vormittag des ersten Badetags allerdings haben nur rund 90 Badegäste Tickets im Waiblinger Freibad gebucht, bis zu 600 dürften es sein. Die Mittagsschicht ist mit 300 Buchungen schon besser ausgelastet, weitere 100 Besucher haben sich für einen abendlichen Schwimmbadbesuch angemeldet. „Für die Badegäste ist die Besuchergrenze eigentlich angenehm“, sagt Michael Keppler. An heißen Tagen kämen sonst bis zu 5000 Gäste. „Zwanzig Minuten vor Ende der Badezeit machen wir eine Durchsage“, erklärt der Schwimmmeister das Prozedere, das habe im vergangenen Jahr gut geklappt, und die meisten Gäste wüssten Bescheid, wie es läuft.

Kontrollen an der Kasse

Für Günter Hillmann an der Kasse gilt es hingegen derzeit einiges an Neuem zu beachten. Der Aufwand ist für ihn höher als 2020: Er muss Impfpässe und QR-Codes sichten, Schnelltestergebnisse prüfen, Eintritt kassieren und den einen oder anderen Gast besänftigen, der über die Schnelltestpflicht murrt. Das sei schon zeitraubend: „Wenn es ruhig ist, geht das, aber wenn es eine Schlange gibt, müssen wir vielleicht eine Kontrolle draußen hinsetzen, die mir einen Teil abnimmt.“

Noch aber staut sich nichts. Sandra Löchner aus Weinstadt legt ihre gelbe Schwimmnudel auf den Boden und kramt nach dem Schnelltest. „Das sieht ja herrlich aus“, sagt sie beim Blick aufs Freibadgelände. Die 49-Jährige hat sich vorgenommen, mehrmals die Woche zum Schwimmen zu kommen – Schnelltest hin oder her. „Ein Schwimmbadbesuch ohne Testen wäre natürlich schön, aber die Zeitfenster sind gut gewählt, in vier Stunden ist das ohne Hektik machbar.“

Was man beim Badbesuch beachten muss

Voraussetzungen:
Für Gäste in allen Bädern gilt, dass nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt haben. Ausgenommen sind davon Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr.

Waiblingen:
Die Freibäder in Waiblingen und Bittenfeld sind in den Zeitfenstern 7 bis 11 Uhr, 12 bis 16 Uhr und 17 bis 21 Uhr geöffnet. Ticketbuchung unter www.stadtwerke-waiblingen.de.

Winnenden:
Das Wunnebad öffnet am 4. Juni, für Frühschwimmer montags bis freitags von 7.30 bis 9.30 Uhr, zudem täglich von 10 bis 14.30 Uhr und 15.30 bis 20 Uhr, Spätschwimmen von 18 bis 20 Uhr. Eine Buchung von Karten ist online möglich oder im Kundenzentrum der Stadtwerke Winnenden in der Wallstraße/Schlossstraße.

Schorndorf: Das Oskar-Frechbad kann von 9 bis 12 Uhr mit Einzeleintrittskarten, Jahres- und Dauerkarten sowie Online-Registrierung genutzt werden. Von 13 bis 19 Uhr nur mit Online-Registrierung, Jahres- und Dauerkarten sind hier nicht zugelassen. Tickets kann man hier buchen.

Fellbach: Das F3 ist ab 2. Juni von 7 bis 19 Uhr geöffnet, Gäste haben die Wahl zwischen 1,5- oder Drei-Stunden-Zeitfenstern, Buchungen sind hier möglich.

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