Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender bei ihrer Lateinamerikareise. Foto: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte letztens die Galápagos-Inseln. Und erschreckte die Leguane mit seiner blaugelben Outdoor-Uniform. Darf der das überhaupt?

Stuttgart - Männer, die von Berufs wegen jeden Tag im Anzug das Haus verlassen, haben ein Problem. Nämlich dann, wenn sie mal keinen Anzug tragen. Frank-Walter Steinmeier zum Beispiel. Tatsächlich ist Frank-Walter Steinmeier bei seinem Ausflug auf den Galápagos-Inseln stilistisch schlecht beraten worden. Gut möglich, dass die Leguane vom Anblick des Besuchers Migräneattacken bekommen haben. Dottergelbe Trekkinghosen, spülmittelblaues Hemd, dazu Stiefel, die so fabrikneu aussehen, als hätte man sie erst auf dem Flug eingetragen – Steinmeier wirkt einfach nur verkleidet.

Das Private ist politisch

Wahrscheinlich wären dunkle Farben besser gewesen, Schwarz trägt nicht so dick auf. Andererseits teilt Steinmeier das Schicksal vieler Politiker, die in privater Montur etwas von ihrer amtlichen Würde verlieren. Man erinnere sich an den früheren Bundespräsidenten Karl Carstens, der gern in rentnerbeigen Wanderklamotten öffentlichkeitswirksam die Mittelgebirge heimsuchte. Oder Helmut Kohl, der in Herrenstrickjacke den Weltpolitiker gab. Auch hier galt: Das Private ist längst politisch. Und Politiker sind schlechte Models.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: