Die Debatte über eine neue Flugroute von Stuttgart Richtung Süden ist vertagt – aber damit nicht erledigt, kommentiert Achim Wörner.
Stuttgart - Die Aufregung war groß, zuletzt. Doch seit Mittwochabend ist klar: Die Fluglärmkommission des Stuttgarter Flughafens wird, anders als geplant, am 2. November nicht über die geplante zusätzliche Route für Abflüge gen Mallorca befinden – und so eine Empfehlung an die eigentlich entscheidenden Bundesbehörden geben. Thema vertagt aufs nächste Jahr, lautet der Kompromiss nach langer Sitzung unter der Moderation von Ministerpräsident Winfried Kretschmann höchstpersönlich.
Lasten fair verteilen
Diese Entwicklung hatte sich abgezeichnet, nachdem angesichts der Proteste von Bürgern und etlichen neu betroffenen Kommunen auch innerhalb der Fluglärmkommission die Stimmen lauter geworden waren, nochmals eine Prüfschleife zu ziehen. Immerhin bietet sich nun die Chance, durch einen breiteren, transparenteren Prozess zu einer Versachlichung zu kommen. Es wird sich weisen, ob der Wille dazu überall vorhanden ist. Denn niemand sollte sich Illusionen hingeben: Der Flughafen wird immer Lärm und Abgase mit sich bringen. Es bleibt ein ehrenwertes Ziel der Fluglärmkommission, die Negativwirkungen möglichst fair zu verteilen. Damit aber bleibt der Konfliktstoff.