Notunterkunft in Neuenstadt am Kocher: Das Land kommt mit dem Zählen nicht mehr nach Foto: dpa

Die Zahl der neuen Asylbewerber ist im Juli im Südwesten auf einen neuen Höchststand geklettert – und das ist noch nicht die ganze Wahrheit: Mehrere tausend Flüchtlinge konnten wegen des starken Andrangs noch gar nicht registriert werden.

Stuttgart - Im Juli sind nach offiziellen Angaben 7100 Asylbewerber neu in Baden-Württemberg aufgenommen worden. Das sind 45 Prozent mehr als im Vormonat (4909) und mehr als dreimal so viel wie im Juli des Vorjahres (2103). Dies geht aus der amtlichen Statistik hervor, die das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe am Montag veröffentlichte.

Die meisten Erstantragssteller, nämlich insgesamt 2234, kamen aus den fünf Balkan-Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien und Serbien. Aus dem Bürgerkriegsland Syrien kamen 1898 Menschen.

Ostdeutschland will nicht noch mehr Flüchtlinge aufnehmen

In den letzten Tagen war von über 10 000 neuen Flüchtlingen die Rede, die im Juli neu im Südwesten aufgenommen werden mussten. Mehrere tausend Flüchtlinge konnten aber wegen des starken Andrangs noch gar nicht registriert werden.

Die Landeserstaufnahmestellen des Landes sind gerade überfüllt. Die Forderung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), den ostdeutschen Ländern gegen entsprechende Bezahlung mehr Flüchtlinge zuzuteilen, weil es dort leer stehende Gebäude gebe, stieß allerdings am Montag auf Ablehnung: Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) erklärte, die bundesweite Verteilung nach einem festen Schlüssel sei „ein bewährtes Instrument, das wir auf keinen Fall abschaffen sollten.“

Im Gegenteil wäre es seiner Meinung nach richtig, wenn auch innerhalb der Europäischen Union ein Verteilungsschlüssel geschaffen würde.

Flüchtlingsgipfel bereits im September?

Angesichts der Zuspitzung der Situation soll der geplante Flüchtlingsgipfel zwischen Bund und Ländern vorgezogen werden. Am Montag war von einem Termin im September die Rede. Bei dem Treffen soll über die Unterbringung der Flüchtlinge sowie über schärfere Asylregeln geredet werden.

Schauen Sie sich unser Video zum Flüchtlings-Zeltlager in Neuenstadt am Kocher an.

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