Das Bildungsministerium hält für studierwillige Flüchtlinge rund 100 Millionen Euro bereit. (Symbolbild) Foto: dpa

Nicht nur studierwillig, sondern auch -fähig? Noch ist unklar, für wie viele Flüchtlinge in Deutschland das gilt. Die Regierung stellt schon mal einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung, um diesen Menschen zu helfen.

Berlin - Rund 100 Millionen Euro hält das Bildungsministerium bis 2019 bereit, um an bundesweit 180 Hochschulen Flüchtlingen den Weg in ein Studium zu ebnen. Bereits im laufenden Jahr fließen 27 Millionen Euro in entsprechende Programme und Projekte, wie das Ministerium von Johanna Wanka (CDU) am Montag in einer Zwischenbilanz nach rund einem halben Jahr mitteilte. Das Paket mit Fördermaßnahmen war Ende 2015 auf den Weg gebracht worden.

Es setzt auf eine enge Verzahnung mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der aus Mitteln des Ministeriums mehr als 300 Projekte betreibt. Nach Schätzungen, die möglicherweise aber noch nach unten korrigiert werden, sind mit dem Flüchtlingsandrang des vergangenen Jahres bis zu 50 000 studierfähige Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland gekommen.

„Wer das Zeug dazu hat, soll bei uns studieren können“

„Wer das Zeug dazu hat, soll bei uns studieren können“, erklärte Wanka. „Wir wollen geflüchteten jungen Talenten möglichst schnell eine Perspektive als internationale Studierende geben, damit sie als Fachkräfte eines Tages ihre Heimat wieder aufbauen oder hier zum Wohl unseres Landes beitragen können.“ Größte Hürde sei derzeit noch die Sprache, sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel. „Deshalb sind Vorbereitungskurse etwa an Studienkollegs für einen erfolgreichen Weg ins Studium von zentraler Bedeutung.“

Daher fördert der DAAD derzeit im Programm „Integra“ 152 Projekte, mit denen bislang rund 2800 Plätze etwa an Studienkollegs oder in Fach- und Sprachkursen der Hochschulen bereitgestellt werden. Zudem betreibt das Ministerium über den DAAD nochmals 152 Projekte im Programm „Welcome - Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“.

Knapp 700 studentische Hilfskräfte an deutschen Hochschulen arbeiten in diesen Programmen, etwa für sprachliche Unterstützung über Lerncafés oder Sprachpatenschaften. Ein weiterer Baustein sei die Feststellung und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen der Geflüchteten, hieß es. In den vom DAAD finanziell getragenen Tests wird geklärt, ob der jeweilige Bewerber überhaupt eine Chance auf eine Hochschulzulassung hat.

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