Die Heatmap des Unternehmens Strava soll geheime Stützpunkte des US-Militärs enthüllen. Foto: Strava

Eigentlich verfolgt Strava mit seiner Fitness-App ein simples Ziel: Sportler auf der ganzen Welt zu verbinden. Jetzt hat das Unternehmen geheime Militärstützpunkte verraten – unabsichtlich.

Stuttgart - Damit hat Strava wohl nicht gerechnet, als das Unternehmen im November 2017 seine neue Heatmap veröffentlichte. Wie der „Guardian“ berichtet, legt die Karte geheime Standpunkte des US-Militärs offen. Dabei sollte die Heatmap doch nur zeigen, wo sich die Sportler auf ihren Laufrouten und Fahrradstrecken weltweit bewegen.

Der Fitnesstracker wird hauptsächlich von Europäern und US-Amerikanern genutzt. In Ländern wie dem Irak und Syrien bleibt die Heatmap dagegen meist dunkel – mit einigen Ausnahmen. Bekannte US-Militärbasen und andere unbekannte, potenziell geheime Standorte leuchten auf – vermutlich, weil amerikanische Soldaten Fitnesstracker tragen, schreibt die „Washington Post“.

Gegenüber dem „Guardian“ teilt Strava in einem Statement mit, dass die globale Heatmap eine zusammengesetzte und anonymisierte Ansicht mehrerer Milliarden Aktivitäten zeige. „Ausgeschlossen sind davon Aktivitäten, die als privat markiert sind und sich in Bereichen abspielen, die Nutzer als Privatsphärebereich markiert haben.“

Schlecht für die Betriebssicherheit

Analyst Nathan Ruser vom amerikanischem Institut für Konfliktanalysen hält das für problematisch: „Die Karte sieht sehr hübsch aus, ist aber nicht gut für die Betriebssicherheit“, schreibt er auf Twitter.

Wenn sich Soldaten tracken ließen, könne das sehr gefährlich werden, schreibt er weiter. Ruser war am Samstag als Erster auf die Sicherheitslücke gestoßen.

Andere taten es Ruser gleich und durchsuchten die Karte nach möglichen Stützpunkten und Joggingstrecken – mit Erfolg. Analyst Tobias Schneider schreibt sarkastisch: „Jemand hat vergessen seine Fitbit abzuschalten.“ „Daily Beast“-Journalist Adam Rawnsley findet Joggingaktivitäten nahe einer vermuteten CIA-Basis in Mogadischu, Somalia. „New Yorker“-Journalist Ben Taub schreibt, er habe einen Stützpunkt gefunden, von dem er bis jetzt nichts wusste.

Was einige Nutzer nicht zu wissen scheinen: Das Tracking kann auf privat gestellt werden. Dann werden die Routen nicht für alle angezeigt, sondern nur in der eigenen Übersicht. Die Option muss allerdings erst aktiviert werden.

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