Die Zuschauerreihen waren voll besetzt, als sich der Gemeinderat (Hintergrund) am Montag mit der Umfahrung befasste. Foto: Rüdiger Ott

Der Filderstädter Gemeinderat hat sich zum Regionalverkehrsplan positioniert. Mehrheitlich votierten die Stadträte für die Untersuchung einer Umfahrung für den Stadtteil Sielmingen. Kritik gab es aber auch.

Sielmingen - Das Ergebnis war dann doch eindeutiger als erwartet. 17 Stadträte der „bürgerlichen“ Fraktionen sowie Rolf Steck (SPD) und OB Christoph Traub stimmten für die Untersuchung einer Sielminger Umfahrung mit einer „weitestgehenden Tunnellösung“. 13 Stadträte, darunter die meisten SPD-Räte, die Grünen sowie Matthias Weinmann (FW) und Dieter Weinmann (CDU/FDP) votierten gegen den Antrag der Freien Wähler.

Oberbürgermeister fordert Mandat ein

OB Traub hatte vor der Abstimmung klar gemacht, dass er das Votum für die Untersuchung für wichtig hält. „Das ist eine zukunftsträchtige Entscheidung“, sagte er. Die im Jahr 2009 erhobenen Zahlen zur Verkehrswirksamkeit einer Umfahrung seien überholt. Er wolle ein Mandat für Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitskreis und der Region. Dem setzte Frank Schwemmle (SPD) entgegen, dass es sich um eine politische Entscheidung handle. Falls das Votum negativ ausfalle, habe Traub eben nicht das gewünschte Mandat für Verhandlungen. Schwemmle wies darauf hin, dass die B 27 Filderstadt durchschneidet. „Wir tragen jetzt schon unseren Teil dazu bei, dass der Verkehr verteilt wird.“ Man dürfe nicht den Eindruck erwecken, als ob es eine Alternative zum B-27-Ausbau gebe.

Diese von der Region ins Spiel gebrachte Alternative wollte Stefan Hermann (FW) zumindest untersucht haben. Die Freien Wähler würden eine weitestgehende Tunnellösung favorisieren, weil damit möglichst wenig Fläche verbraucht würde. „Man kann nicht die B 27 immer weiter und weiter ausbauen“, sagte er. Sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliege, müsse es mit den Bürgern bei einer Versammlung diskutiert werden. Auch Willy Stoll (CDU/FDP) setzte sich für die Trassen-Untersuchung ein. „Es ist nicht sittenwidrig, wenn man das Angebot der Region annimmt“, sagte er. Man gebe sonst die Möglichkeit zu gestalten aus der Hand. Dem setzte Catherine Kalarrytou (Grüne) entgegen, dass es nicht viel bringe, eine Umfahrung für sich allein zu untersuchen. „Wenn schon, dann brauchen wir eine Untersuchung des gesamten Verkehrs“, sagte sie.

„Das Geld kann man sich sparen“

Walter Bauer (SPD) wies darauf hin, dass im Räumlichen Leitbild, das erst vor Kurzem verabschiedet wurde, keine Umfahrung enthalten sei. „Weder rechts noch links von Sielmingen“, sagte er. Es werde etwas untersucht, was man gar nicht wolle. Das Geld könne man sich sparen. Oliver Alber (CDU/FDP) unterstrich, dass die B 27 den künftigen Verkehr nicht bewältigen könne, vor allem, wenn in Vaihingen mehr Industrie angesiedelt werde. Dennis Birnstock (CDU/FDP) freute sich, dass wieder mal über die von ihm geforderte Ostumfahrung, die er als Filderstädter Entlastungsstraße bezeichnete, diskutiert werde.

Nachdem sich eine Mehrheit für die Untersuchung der Umfahrung ausgesprochen hatte, wurde die komplette Stellungnahme zum Regionalverkehrsplan verabschiedet. Darin betont der Gemeinderat die Notwendigkeit eines Ringschlusses beim Schienenverkehr von Neuhausen ins Neckartal. Bis dieser realisiert sei, müsse Filderstadt mit Bussen an Esslingen und Nürtingen besser angebunden werden.

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