Die Anwohner der Bahnhofstraße, die auf eine Umfahrung setzen, haben derzeit wegen einer Baustelle kaum Verkehrslärm vor ihren Haustüren. Foto: Otto-H. Häusser

Der Filderstädter Gemeinderat befasst sich am Montag erneut mit der Umfahrung Sielmingen. Es ist unter den Stadträten äußerst umstritten, ob eine Untersuchung zur Wirksamkeit der Straße gemacht werden soll.

Sielmingen - Es wird interessant am Montag, 29. Mai, in der Sitzung des Gemeinderats, die um 18 Uhr im Bürgerzentrum Bernhausen beginnt. Denn dann stimmen die Stadträte bei der Debatte über den Regionalverkehrsplan erneut darüber ab, ob die Umfahrung Sielmingen bezüglich ihrer Entlastungswirkung untersucht wird.

Im Technischen Ausschuss hatte es dafür keine Mehrheit gegeben. Im Gemeinderat scheinen die Karten neu gemischt zu werden. Zumal die Freien Wähler ihren diesbezüglichen Antrag nun modifiziert haben. Sie fordern jetzt die Untersuchung einer Umfahrung Sielmingen sowohl im Westen als auch im Osten und setzen dabei auf eine „weitestgehende“ Tunnellösung.

Landwirte bestimmen Votum

Über diesen Antrag soll laut Oberbürgermeister Christoph Traub zunächst abgestimmt werden. Damit ist offen, wie sich insbesondere die Landwirte bei den Freien Wählern und in der CDU/FDP-Fraktion verhalten werden. Sie zählen eigentlich zu den Umfahrungsgegnern, unterliegen aber einer gewissen Fraktionsdisziplin.

Willy Stoll, Fraktionsvorsitzender von CDU/FDP bringt es für das Gewissen derjenigen, die jetzt schweren Herzens für den FW-Antrag stimmen könnten, auf den Punkt: „Das ist noch kein Baubeschluss, es wird dadurch nur untersucht.“ Offenbar gibt es deshalb bei den beiden „bürgerlichen“ Fraktionen nur wenige, die gegen die Untersuchung stimmen werden. Im Technischen Ausschuss waren es Matthias Weinmann (FW) und Helmut Schumacher (CDU/FDP). Möglicherweise kommt jetzt noch der ein oder andere dazu.

Nach Ansicht von Matthias Weinmann schwächt es den Kampf um den Ausbau der B 27, wenn sich der Gemeinderat für die Untersuchung einer Umfahrung ausspricht. Er hält, wie auch Walter Bauer (SPD), den Ausbau der Bundesstraße samt Tunnel bei Degerloch für die beste Lösung. „Mit der Untersuchung wird den Leuten Sand in die Augen gestreut“, sagt Bauer. In seiner Fraktion sind jedoch auch nicht alle seiner Meinung. Bei den Grünen fehlt Ute Weinmann urlaubsbedingt.

Bürgerinitiative favorisiert Ostumfahrung

Die Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Sielmingen kann deshalb noch Hoffnung in das Votum des Gemeinderats setzen. Durch Sielmingen fahre, sagen Dirk Haumann und Andreas Gehrung, entgegen anderslautenden Behauptungen kein Schleichverkehr, „sondern Abkürzungsverkehr, weil die Straßenverbindungen nichts mehr taugen.“ Die beste Lösung der Sielminger Verkehrsprobleme ist in den Augen der Initiative eine Ostumfahrung des Stadtteils, nicht aber mit einem „weitestgehenden Tunnel“. „Auch bei einer Tunnellösung kommen irgendwo in Sielmingen die Autoabgase raus“, sagt Haumann. Den einzigen Nutzen bringe eine Ostumfahrung: „Wenn Wolfschlugen und Neuhausen Umfahrungen bauen, dann ergibt eine Westumfahrung keinen Sinn, weil diese Orte im Osten Sielmingens liegen. Dies zeigt schon ein Blick auf die Karte.“ Die Lage für die Sielminger bessere sich deshalb nicht, „weil im Gemeinderat zu wenig Betroffene sitzen“.

Nach dem Motto „besser irgendeine Umfahrung als gar keine“’ würde sich die Sielminger Bürgerinitiative auch mit einer Westumfahrung abfinden. „Wenn es sein muss, sagen wir nicht nein. Eine Verbindung nach Neuhausen und Wolfschlugen gibt es dann aber nicht“, so Haumann.

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