Feuer in Flüchtlingsunterkunft in Neuenstein Angeklagte gestehen Brandlegung

Von red/dpa/lsw 

Im Prozess um ein Feuer im Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft in Neuenstein (Hohenlohekreis) hat einer der Angeklagten die Brandstiftung vor dem Landgericht Heilbronn gestanden. Foto: dpa
Im Prozess um ein Feuer im Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft in Neuenstein (Hohenlohekreis) hat einer der Angeklagten die Brandstiftung vor dem Landgericht Heilbronn gestanden. Foto: dpa

Mit selbstgebastelten Brandsätzen sollen zwei Männer den Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft angesteckt haben. Der Schaden war hoch, auch der Innenminister besuchte den Tatort. Vor Gericht haben sich die beiden Angeklagten nun zu den Hintergründen geäußert.

Heilbronn - Im Prozess um ein Feuer im Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft haben die beiden Angeklagten die Brandstiftung eingeräumt. „Wir haben gedacht, dass dann keine Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen. Natürlich war das eine schwachsinnige Idee“, sagte der 24 Jahre alte Angeklagte am Montag vor dem Heilbronner Landgericht. Das Ausmaß des Brandes in Neuenstein (Hohenlohekreis) sei den beiden nicht bewusst gewesen.

Die 24 und 33 Jahre alten Deutschen sollen der Anklage zufolge vier aus Grillanzünder und Zeitung gebastelte Brandsätze an die Dachbalken der Unterkunft geschraubt haben. Durch das Feuer im Januar habe die Unterbringung von Flüchtlingen verzögert oder verhindert werden sollen. Am Dach, den Fenstern und der Fassade des Gebäudes entstand ein Schaden in Höhe von 105 000 Euro. Innenminister Thomas Strobl (CDU) begutachtete damals wenig später den Tatort.

Für den Prozess sind bis Anfang November drei weitere Termine angesetzt

Die beiden Angeklagten haben sich nach eigenen Angaben in einer Bewegung namens „Hohenlohe wacht auf“ engagiert. Diese habe sich vor allem gegen die Asylpolitik gerichtet. „Damals ging es darum, ein Zeichen zu setzen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es sofort tun“, sagte der 33 -Jährige.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern auch mehrere Verstößen gegen das Waffengesetz vor. Der 33-Jährige soll mit einem Freund zwei Maschinenpistolen funktionstüchtig gemacht haben, die er als Dekorationswaffen erworben hatte. Diese gelten als Kriegswaffen. Zudem wurden bei dem Mann zwei Kisten mit mehreren Pistolen, Schalldämpfern und mehr als 2500 Schuss Munition gefunden. Der andere Angeklagte soll ohne Erlaubnis eine sogenannte Vorderladepistole aufbewahrt haben.

Auch diese Vorwürfe räumten die beiden ein. „Mich haben Waffen schon immer fasziniert“, sagte der 33-Jährige. An dem Rückbau habe ihn vor allem die Technik interessiert. Die Kisten habe er für einen anderen Bekannten „verschwinden lassen“. Für den Prozess sind bis Anfang November drei weitere Termine angesetzt (Az.: 3 KLs 9 Js 7810/17).

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