Mick Schumacher von Prema Racing jubelt nach seinem Sieg im Sprintrennen der Formel-2-Meisterschaft auf dem Hungaroring Anfang August. Foto: dpa/James Gasperotti

Geht es für Mick Schumacher ganz schnell? In den nächsten Wochen soll sich die Zukunft des Nachwuchs-Rennfahrers entscheiden. Der Sprung in die Formel 1 scheint früher als erwartet möglich. In unserer Bildergalerie blicken wir auf die Karriere des 20-Jährigen.

Sotschi - Die Sehnsucht nach der Rückkehr des Namens Schumacher in die Formel 1 ist groß – und sie könnte 2020 Realität werden. „Es ist natürlich noch nichts abgesprochen oder besprochen. Wir müssen abwarten, wie die nächsten Rennen ablaufen und dann können wir mit Sicherheit sagen, was nächstes Jahr passiert“, sagte Mick Schumacher. Der 20 Jahre alte Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher schließt einen Wechsel aus der Formel 2 weiter nicht aus und formuliert das ungewöhnlich offen. Doch wie realistisch ist dieser Schritt?

Wahrscheinlich werde sich seine Zukunft „in den nächsten Wochen“ entscheiden, sagte der Youngster in Sotschi, wo die Formel 1 den Großen Preis von Russland absolviert – und auch die Formel 2 Rennen abhält. Optionen gibt es für ihn viele, dabei hilft natürlich sein Name. Die Führung der PS-Königsklasse dürfte einen zügigen Aufstieg begrüßen, denn er könnte auch in Deutschland zumindest kurzfristig einen Hype auslösen. Realistisch scheint jedoch, dass Schumacher ein zweites Jahr für das italienische Prema-Team in der Formel 2 fährt. Erfahrung ist wichtig, ehe er sich mit Stars wie Lewis Hamilton messen kann. Das betonte er selbst immer wieder.

Ferrari-Teamchef Binotto lobt den 20-Jährigen

Wie in der Vergangenheit hält sich Schumacher alle möglichen Karrierewege offen. Fakt ist: In seinem ersten Jahr in der höchsten Nachwuchsserie ist der Youngster vier Rennen vor Schluss nur Gesamt-Elfter, immerhin ein Rennen konnte er gewinnen. Sportlich geben andere den Ton an, doch der Weg nach oben ist vorgezeichnet. „Es wird der Moment kommen, an dem er bereit für die Formel 1 ist. Wir haben viel in ihn investiert, weil wir daran glauben, dass er ein guter Formel-1-Fahrer sein kann“, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto kürzlich.

Im vergangenen Jahr gewann Schumacher die Europameisterschaft der Formel 3, stieg dann in die Formel 2 auf und bekam einen Platz in der Nachwuchsakademie von Ferrari. Im April durfte er erst im Ferrari und später im Auto von Partner Alfa Romeo bei den Formel-1-Tests in Bahrain fahren. Alfa Romeo ist wohl eine Option für 2020. Der Finne Kimi Räikkönen wird dort sicher fahren, ob das auch der junge Italiener Antonio Giovinazzi tut, ist nicht endgültig geklärt.

Bei Ferrari selbst ist jedenfalls (noch) kein Cockpit frei, der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel und Charles Leclerc sind gesetzt. Ändern könnte sich das erst 2021, denn Ende kommenden Jahres läuft Vettels Vertrag aus. Fans träumen von einem Schumacher im Ferrari – doch der Weg dorthin ist noch sehr weit.

Vettel ist bei Ferrari erster Ansprechpartner

Tipps habe er sich von Vettel schon geholt, mit Leclerc rede er „eher über Privates“, sagte Schumacher. Der 21 Jahre alte Leclerc ging einen ähnlich Weg durch alle Nachwuchsklassen, war dabei jedoch dominanter. „Er macht einen grandiosen Job“, sagte Schumacher und ergänzte: „So lange ein Ferrari vorne ist, bin ich happy.“ Vater Michael gewann mit der Scuderia fünf seiner sieben WM-Titel.

Landsmann Vettel bleibt im Team sein erster Ansprechpartner. „Mit Sebastian ist es einfacher für mich, die Punkte auf Deutsch anzusprechen, die für mich wichtig sind“, sagte Schumacher und lobte den Rennstall nach der jüngsten Siegesserie in der Formel 1: „Mich hat das sehr positiv überrascht, natürlich sind meine Daumen für Ferrari gedrückt.“

In Sotschi stehen für Schumacher an diesem Wochenende zwei Rennen auf dem Programm, der Saisonabschluss findet Ende November in Abu Dhabi statt. In Russland kann er bis Sonntag zunächst auch seinem Cousin David zusehen. Der 17 Jahre alte Sohn von Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher gibt sein Debüt in der Formel 3 und träumt genau wie Mick vom ganz großen Durchbruch. „Natürlich wünsche ich ihm hier viel Glück“, sagte Mick.

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