Palmen und Liegestuhl mitten im Maisfeld: Surfer und Stand-up-Paddler runden das Bild einer Urlaubsinsel ab Foto: Siegle

Zweieinhalb Kilometer lang führen Wege durch das Maislabyrinth am Rande des Gewerbegebiets. Die Familie Siegle eröffnet am Wochenende ihr traditionelles Ferienangebot. Das hat es in diesem Jahr in sich.

Ditzingen - Viele Landwirte befürchten Ertragsausfälle, weil die Temperaturen so hoch sind und zu wenig Regen fällt. Doch der Mais kann offenbar mit dieser Wetterlage gut umgehen: Das Ditzinger Maislabyrinth ist in früheren Jahren selten so hoch und dicht gewachsen wie jetzt. Verantwortet wird das Freizeitangebot von Anja und Gerhard Siegle. Dreieinhalb Meter hoch sei der Mais in diesem Jahr, berichtet Anja Siegle. Im Schnitt seien es sonst 2,50 bis 2,80 Meter. „Er ist gut 50 Zentimeter länger“, sagt sie. Was die Witterung für die Kolben bedeute, ist noch unklar. „Sie sind jetzt im Wachstum.“

Besucher tauchen ein in eine Strandszene

Die Frucht ist für das Maislabyrinth allerdings unerheblich. Da zählt vielmehr, dass die Pflanzen kräftig und dicht gewachsen sind, damit das Labyrinth nicht so leicht zu durchschauen ist. 400 000 Pflanzen stehen auf dem zweieinhalb Hektar großen Areal, gesät wurden sie Ende April. In diesem Jahr tauchen die Besucher ein in eine Strandszene, die aus der Luft am besten zu erkennen ist. Palmen, Hängematten, Liegestühle und Sonnenschirme laden zum Verweilen ein und erlauben den Blick auf Stand-up-Paddler, Windsurfer und Kiter, die mit ihrem Lenkdrachen über dem Wasser schweben. Das Motiv entsann die Familie Siegle wie immer gemeinsam. In diesem Jahr war es heiß, als die Überlegungen anstanden. Die Antwort auf die Frage, wo sie selbst gerne wären, gab sich die Familie in Form des Motivs: „Man müsste auf einer Insel sein.“

In anderthalb Stunden ist man durch

Im Schnitt braucht jeder nach Angaben der Betreiber rund anderthalb Stunden, bis er das zweieinhalb Kilometer lange Labyrinth durchdrungen hat. Pausen nicht eingerechnet. Auch nicht eingerechnet ist die Zeit, die kleine Besucher auf der Strohhüpfburg verbringen, größere wiederum auf dem sieben Meter hohen Aussichtsturm. Er verschafft einen guten Überblick über das Areal. Von dort erkennt man, dass der Aussiedlerhof unmittelbar neben dem Technologiekonzern Thales liegt und Trumpf nicht weit ist.

Als Thales 2014 mehrere Standorte in seiner neuen Zentrale im Gewerbegebiet bündelte, stand die Erhaltung des Maislabyrinths im Gemeinderat nie in Frage: Es ist unbestrittener Anziehungspunkt für Daheimgebliebene aus der Region. In diesem Jahr laden Siegles in den 19. Irrgarten ein. Wieder mit dabei sind auch zahlreiche Vereine, die an Wochenenden für die Bewirtung verantwortlich sind.

Was für die einen ein Ferienspaß, ist für den Landwirt Gerhard Siegle und seine Familie ein finanzielles Standbein. Mehrere Tausend Besucher kommen jedes Jahr. Vorausgesetzt, es ist nicht zu nass und nicht zu heiß. 24 Grad seien ideal, meint Anja Siegle. Mit dem Ende der Sommerferien ist Schluss. Um den Mais ist es dann auch geschehen: Die Pflanzen werden gehäckselt und als Futter im Silo eingelagert.

Das Maislabyrinth liegt in der Nähe des Bahnhofs, Im Hülben 1, und lädt bis zum 9. September ein: Sonntags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 23 Uhr. Der letzte Einlass ist jeweils eine Stunde vor der Schließung.

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