Eine 50-Prozent-Stelle soll sich um die Flüchtlingsangelegenheiten kümmern. Foto: dpa

In Fellbach sind mehrere Arbeitsplätze in der Stadtverwaltung für die Betreuung von Asylbewerbern eingerichtet worden. Jetzt soll noch eine 50-Prozent-Stelle für einen Flüchtlingsbeauftragten geschaffen werden.

Fellbach - Der Freundeskreis für Flüchtlinge in Fellbach hat in einem Brief an Oberbürgermeister Christoph Palm um Hilfe gebeten. „Wir ehrenamtlich Engagierten möchten aus unserer aktuellen Situation der Überforderung heraus noch einmal dringend um Unterstützung von Seiten der Stadt anfragen“, heißt es in dem von Cornelia Funk unterzeichneten Schreiben, das auch unserer Zeitung vorliegt. „Wir wünschen uns regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung, Mitgliedern des Freundeskreises und Mitarbeitern des Landratsamts!“ Zudem weist Cornelia Funk auf das Angebot der Landesregierung hin, die Anstellung von Flüchtlingsbeauftragten vor Ort finanziell zu fördern – die Gemeinde Kernen habe vor wenigen Tagen angekündigt, eine solche Stellen schaffen zu wollen (wir haben darüber berichtet).

Eine 50-Prozent-Stelle ist geplant

Bei der Stadt Fellbach rennt die engagierte Flüchtlingshelferin offene Türen ein, das zeigt der Antwortbrief des Presseamts zu unserer Anfrage. „Auch die Stadt Fellbach ist in dieser Sache selbstverständlich nicht untätig geblieben“, schreibt der Amtsleiter Arnold Marhoffer. „Unsere Leiterin der Stabsstelle Senioren, Integration und Inklusion, Christine Hug, ist derzeit dabei, den Antrag für das Integrationsministerium fertig zu stellen.“ Ziel sei ebenfalls die Schaffung einer 50-Prozent-Stelle für einen speziellen Flüchtlingsbeauftragten – bisher war vor allem Christine Hug im Rathaus die Ansprechpartnerin in Flüchtlingsangelegenheiten.

Außerdem hat die Stadt zwischenzeitlich eine Mitarbeiterin neu eingestellt und einen weiteren Rathausmitarbeiter beauftragt, zusammen mit dem sozialen Dienst des Amts für öffentliche Ordnung bei der Anschlussunterbringung anerkannter Flüchtlinge im ehemaligen Apart-Hotel betreuend mitzuwirken. Auch bei der Ausländerbehörde des Ordnungsamtes ist eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle befristet besetzt worden, um die ausländerrechtlichen Belange der Flüchtlinge besser bewältigen zu können.

Im Rathaus gibt es die Projektgruppe Asyl

Die ehrenamtlichen Integrationspaten überlegen sich momentan, wie sie sich unterstützend im Apart-Hotel einbringen können, berichtet Marhoffer. Und es sei im Rathaus eine „Projektgruppe Asyl“ eingerichtet worden, in der Mitarbeiter des Amts für Öffentliche Ordnung – also des Ausländeramts und des sozialen Dienstes – sowie Mitarbeiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft, der Stadtkasse und der Stabsstelle Senioren, Integration und Inklusion vertreten sind. In der ersten Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause am Dienstag, 29. September, im Rathaus soll die Gesamtthematik – auch was die zusätzlichen Unterbringungsangebote an den Landkreis anbelangt – auf die Tagesordnung kommen, kündigte der Pressesprecher an.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Unteres Remstal hat die Stadt Fellbach auch ein Fortbildungsangebot für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit konzipiert. Marhoffer: „Wir erhoffen uns dadurch nicht nur eine wirksame Unterstützung der bereits engagierten Helferinnen und Helfer, sondern auch die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Kräfte.“

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