Gleich geht es los: Das Abstauben der Masken in Weilimdorf ist für die Hörnleshasen der Startschuss zu einer langen, 60-tägigen Fasnet-Kampagne. Foto: Susanne Müller-Baji

Die Hörnleshasa in Stuttgart-Weilimdorf haben mit dem traditionellen Maskenabstauben die Fasnet eröffnet.

Weilimdorf - Die einen waren am Dreikönigstag als Sternsinger unterwegs, die anderen rotteten sich in der Glemsgaustraße im Plüschanzug und mit Staubwedel bewaffnet zusammen: Mit dem traditionellen Maskenabstauben begann für die Narrenzunft Weilemer Hörnleshasa ganz offiziell die Fasnet. Und die diesjährige Kampagne ist mit 60 Tagen immerhin um ein Drittel länger als die von 2018. Nun also tragen die Häsle Hörner, und die Hästräger – sowie die, die es werden wollen – stellen sich auf umtriebige Tage und Wochen ein.

Der Puschelanzug war auf jeden Fall eine gute Idee, auch gegen den kalten Wind und den sonntäglichen Nieselregen. Er wurde ebenso abgestaubt, wie die obligatorischen Plüschkarotten, die mal zum Kuscheln dienen, mit denen aber auch mal herzhafte Kopfnüsse ausgeteilt werden können. Nach und nach trudeln alle ein, noch unmaskiert – auch die vier Junghasen unter den Hästrägern, die ihre erste aktive Kampagne noch ohne Larve, also ohne Maske, feiern werden: „Dann sehen sie, ob sie sich damit wohlfühlen“, sagt Sprecherin Sabrina Pallas zur Probezeit für Hörnleshasa: Die Häsles-Novizen werden vorläufig mit Anzügen aus dem Vereinsfundus ausgestattet: So ein komplettes Häs ist immerhin eine kostspielige Angelegenheit.

Seit 2005 gibt es die Weilimdorfer Narrenzunft

Die alten Hasen haben indessen das Häsabstauben schon herbei gesehnt: Sie dürfen nach der Zeremonie und dem dreifachen Schlachtruf „Hörnles-Has!“ erstmals ihre geschnitzten Holzmasken wieder aufsetzen: Seit 2005 gibt es die Weilimdorfer Narrenzunft und damit die Hörnleshasen-Häs – ein wahrer Jungspund unter den Häs der schwäbisch-alemannischen Fasnet, die die Quellen erstmals 1310 in Rottweil erwähnen.

Das Hasenhabit mit dem netten Gesicht, den langen Löffeln und den Bockshörnern lag auf der Hand, schließlich haben die Weilimdorfer ihren Spitznamen weg: Die Hörnleshasen gehen laut Vereinslegende auf einen hiesigen Bauer Gerlach zurück, der nach dem Frühschoppen sein Stückle besichtigen ging und dort einen gehörnten Hasen sichtete. Unter seinen Feuerbacher Stammtischbrüder hatte er seinen Ruf weg – und mit ihm die Weilimdorfer als solche.

Jedes Wochenende unterwegs

Frisch abgestaubt und voller Tatendrang stürzen sich die Hörnleshasa nun mit vollem Einsatz in die närrische Zeit: „Wir sind jetzt jedes Wochenende unterwegs“, sagt Kassier Jürgen Bolkart, der als „Bauer Gerlach“ die einzig menschliche Rolle innerhalb des närrischen Hasenreigens trägt. Und Pressehas Pallas ergänzt: „Jeden Freitag, Samstag, Sonntag – und das bis in den März hinein.“ Da ist mithin das Durchhaltevermögen eines Duracell-Hasen gefragt, und viele gesunde Möhrchen als Proviant können gewiss auch nicht schaden. Bereits am kommenden Wochenende zieht es die Hörnleshasa-Schar etwa zum Landesnarrentreffen ins benachbarte Ditzingen. Am Samstag, 19. Januar, steht ab 18.55 Uhr die Hörnleshasanacht in der Weilemer Lindenbachhalle an, bei der wohl auch das vereinseigene Männerballett zum Einsatz kommen wird. Beim Weilimdorfer Rathaussturm am Donnerstag, 28. Februar, ist ab 15.30 Uhr mit einer wahren Haseninvasion zu rechnen. Erst am 6. März ist dann mit dem Geldbeutelwaschen zu Aschermittwoch wieder alles vorbei.

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