Im Fall von Franco A. sind die Ermittler auf weitere belastende Materialien gestoßen. (Symbolbild) Foto: dpa

Im Zuge der Ermittlungen zum Fall Franco A. sind die Ermittler nicht nur auf eine Anleitung zum Bombenbau gestoßen.

Berlin - Bei den Ermittlungen zum Fall Franco A. sind die Ermittler auf eine Anleitung zum Bombenbau gestoßen. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Die Ermittler fanden den Angaben zufolge auf Datenträgern das in islamistischen Terrorkreisen verbreitete „Mujahideen Explosives Handbook“ aus den 90er Jahren.

Außerdem soll sich Franco A. ein in Deutschland verbotenes Werk aus der Schweiz mit dem Titel „Der totale Widerstand“ beschafft haben. Diese Schrift, die in Neonazi-Kreisen kursiert, beschreibt Methoden des Widerstandes gegen eine Besatzungsarmee.

Die Ermittler stießen außerdem auf ausführliche Selbstreflexionen des inhaftierten Offiziers. Daraus gehe hervor, dass Gewalt für den Bundeswehr-Angehörigen nicht nur eine „letzte Option“ gewesen sei, sondern ein „probates Mittel“.

Schon in der Vergangenheit rechtsextreme Ideen

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) war auf Franco A. erst aufmerksam geworden, nachdem er in Österreich wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorübergehend festgenommen worden war. In Deutschland fiel dann bei einem Abgleich der Fingerabdrücke auf, dass Franco A. ein Doppellleben als falscher „syrischer Flüchtling“ führte. Er steht im Verdacht, gemeinsam mit einem weiteren Soldaten und einem Studenten aus Offenbach Anschläge auf Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geplant zu haben.

Die Vorgesetzten von Franco A. hatten den MAD 2014 nicht über eine von ihm verfasste Abschlussarbeit hingewiesen, obwohl diese nach Einschätzung eines Gutachters rechtsextreme Ideen enthielt.

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