Für Betagte ist es bis zum Piks ein weiter Weg. Foto: dpa/Felix Kästle

Stuttgarter, die mindestens 80 Jahre alt, gebrechlich, immobil oder wirtschaftlich bedürftig sind, erhalten für die Fahrten zum Impfzentrum Taxi-Gutscheine von der Stadt. Das Bürgerbüro soll Betagte außerdem bei Fragen zum Impfen unterstützen.

Stuttgart - Seniorinnen und Senioren aus Stuttgart, die mindestens 80 Jahre alt und bedürftig sind, bekommen von der Stadt vier Gutscheine für die Taxifahrt zum Impfzentrum. Dies hat der Sozialausschuss am Montag beschlossen. Zu Kreis der Bedürftigen zählt die Verwaltung „nicht mobile, körperlich gebrechliche und finanziell bedürftige“ Seniorinnen und Senioren (Grundsicherung- und Wohngeldempfänger sowie Bonuscardbesitzer). Sie können beim Bürgerservice Leben im Alter einen Antrag auf Übernahme der Kosten für vier Taxi-Gutscheine stellen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von rund 120 000 Euro, die über Stiftungsmittel beglichen werden sollen.

Stadt will unbürokratisch helfen

Die Gemeinderatsfraktionen hatten mehrere Anträge zur Unterstützung Hochbetagter gestellt, die von der Sozialverwaltung gebündelt und am Montag beschlossen worden sind. Alle Achtzigjährigen und Ältere sollen zudem ein Schreiben zum Impfthema erhalten und sich bei Fragen an das Bürgertelefon der Stadt wenden können. Impftermine könnten für die Anrufer allerdings nicht vereinbart werden. Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann betonte: „Uns ist es ein Anliegen, bei impfberechtigten Seniorinnen und Senioren, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind, für schnelle und unbürokratische Hilfe zu sorgen.“

Die Infektionsrate sinkt

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Stuttgart seit 10. Februar 2021 verlässlich unter dem Wert von 50 geblieben – am Sonntag erstmals seit Anfang Oktober 2020 bei 34,8, am Montag ebenfalls bei 34,8. Das stimme zuversichtlich, teilt die Stadt mit, allerdings seien derzeit 38 Personen mit Mutationen infektiös, 35 davon mit der britischen Variante. Lockerungen müssten deshalb „maßvoll“ sein. Diese könnten nur vom Land beschlossen werden. Vorm Verwaltungsgericht ist gegen die Allgemeinverfügungen der Stadt aktuell ein Antrag anhängig. Er richte sich gegen die Maskenpflicht bei öffentlichen Veranstaltungen.

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