Facebook Verbot von Bauplänen für Schusswaffen aus 3D-Drucker

Von red/AFP 

Das Online-Netzwerk Facebook will die Verbreitung von Bauplänen für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker verbieten. (Symbolbild) Foto: The Toronto Star
Das Online-Netzwerk Facebook will die Verbreitung von Bauplänen für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker verbieten. (Symbolbild) Foto: The Toronto Star

Das soziale Netzwerk Facebook will Baupläne für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker verbieten. Links zu Internetseiten mit Anleitungen werden künftig auf der Plattform gelöscht.

San Francisco - Das Online-Netzwerk Facebook will die Verbreitung von Bauplänen für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker verbieten. Die Veröffentlichung solcher Anleitungen verstoße gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag (Ortszeit).

Links zu Internetseiten, die Pläne für Waffen aus dem 3D-Drucker oder computergesteuerten Fräsen anbieten, würden künftig gelöscht. Facebook verbietet in seinen Richtlinien schon länger den Verkauf oder Tausch von Schusswaffen. Am Freitag befasst sich auch ein US-Bundesrichter mit dem Streit um Schusswaffen aus dem 3D-Drucker.

Stopp von Verbreitung der Baupläne

In der Anhörung in Seattle geht es darum, ob die Veröffentlichung von Konstruktionsplänen für diese Waffen im Internet möglicherweise dauerhaft verboten werden soll. Acht US-Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington haben die Regierung von US-Präsident Donald Trump verklagt, weil sie diese Veröffentlichungen genehmigt hatte. Aufgrund der Klage hatte der zuständige Richter in Seattle die Verbreitung der Baupläne zu Monatsbeginn bereits vorläufig gestoppt.

Die Kläger sehen die funktionsfähigen Waffen aus dem Drucker als Gefahr für die öffentliche Sicherheit an. Die Konstruktionspläne stammen von Cody Wilson, der als radikaler Pro-Waffen-Aktivist bekannt ist. Nach einem langjährigen Rechtsstreit hatte die US-Regierung seiner in Texas ansässigen Firma Defense Distributed im Juni erlaubt, Konstruktionspläne für Schusswaffen aus 3D-Druckern im Internet zu veröffentlichen. Wilson argumentiert, gedruckte Waffen seien durch den Zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung geschützt. Der Artikel garantiert nach Lesart der Waffenlobbyisten das Recht auf privaten Waffenbesitz.

Online-Bibliothek für Blaupausen für Waffen

Wilson schwebt nun eine Art Online-Bibliothek für Blaupausen für Waffen aus Eigenproduktion nach dem Vorbild der bekannten Wikipedia-Enzyklopädie vor. Mit Hilfe der durch Defense Distributed bereitgestellten Pläne können computergesteuerte 3D-Drucker oder Fräsen funktionsfähige Schusswaffen herstellen. Diese haben anders als Pistolen oder Gewehre aus industrieller Produktion keine Seriennummern, über die sie zurückverfolgt werden könnten. Zumindest ein Modell ist zudem aus Kunststoff, wäre also für Metalldetektoren nicht erkennbar. Nach der Entscheidung der US-Regierung hatte es in den USA einen Sturm der Entrüstung gegeben. Angesichts der Kritik ließ das Weiße Haus inzwischen Skepsis gegenüber der Idee erkennen.

Trump erklärte, er lasse prüfen, ob Plastikwaffen aus Druckern an die breite Öffentlichkeit „verkauft“ werden sollten. Generell ist Trump ein energischer Befürworter des Rechtes auf privaten Waffenbesitz. Seit dem Wahlkampf ist er eng mit der Waffenlobby NRA verbündet. Das laxe Waffenrecht und die weite Verbreitung von Schusswaffen sind eines der politisch umstrittensten Themen in den USA. Die Debatte wird regelmäßig durch Schusswaffenangriffe mit einer größeren Zahl von Todesopfern emotional angeheizt.

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