Michael Stülpnagel (links) und Johannes Weigle proben für ihren „Kultur.Gut!“-Auftritt mit „Novecento“ Foto: Ines Rudel

Kultur ist ein kostbares Gut – und sie hat es in Corona-Zeiten besonders schwer. Trotzdem ist die Szene lebendig wie eh und je. Vom 12. bis 16. Dezember präsentiert die EZ-Kulturwoche „Kultur.Gut!“ Künstlerinnen und Künstler im Netz.

Esslingen - Der Countdown läuft: Kommenden Samstag, 12. Dezember, geht die EZ-Kulturwoche „Kultur.Gut!“ Punkt 19.30 Uhr zum ersten Mal auf Sendung. Fünf Abende lang präsentieren die Eßlinger Zeitung und der Verein Live-Musik im Internet ein abwechslungsreiches Programm, das so vielseitig ist wie die Kultur in der Region. Jeder Abend ist neu und überraschend – nur eines ist gesetzt: Frl. Wommy Wonder führt mit Witz und Charme und manchmal auch ein bisschen frech durch die Shows. Möglich macht es die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung, die dieses Projekt unterstützt – und das aus gutem Grund, wie der Vorsitzende des Vereins Gemeinsam helfen, Harald Flößer, erklärt: „Die Kultur leidet sehr unter den unerlässlichen Corona-Beschränkungen. Künstlerinnen und Künstler können derzeit nicht auftreten, Kultureinrichtungen mussten schließen – und das Publikum vermisst die Abwechslung in diesen Zeiten ganz besonders. Deshalb wollten wir eine Möglichkeit schaffen, Kultur im Internet Corona-gerecht zu genießen.“

Vorbereitungen laufen seit Wochen

Dass „Kultur.Gut!“ an diesem Samstag auf Sendung gehen kann, wurde nur möglich, weil alle an einem Strang ziehen: Die Eßlinger Zeitung steuerte die Idee zur Kulturwoche im Netz bei und half bei der Realisierung. Mit dem Esslinger Verein Live-Musik fand sich ein Partner, der nicht nur mit fünf Bands aus seinen Reihen vertreten ist, sondern auch organisatorisch viele Fäden zieht. Das Jugend- und Kulturzentrum Komma macht seinen großen Veranstaltungssaal zum Corona-gerechten Sendestudio und setzt die Shows mit seiner versierten Streaming-Crew professionell ins Bild. Und Travestiekünstler Frl. Wommy Wonder begeisterte zahlreiche Künstlerinnen und Künstler für das Projekt und übernimmt auch die Moderation. Und die Akteure legen sich mächtig ins Zeug und präsentieren ein facettenreiches Repertoire, mit dem sie beweisen wollen, dass die Kultur auch in schwierigen Zeiten wie diesen so wichtig und so lebendig ist wie eh und je – vielleicht sogar noch etwas wichtiger.

Ein Programm wie dieses auf die Beine zu stellen erfordert einigen Aufwand. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen seit Wochen auf Hochtouren, damit vom kommenden Samstag an alles wie am Schnürchen klappt. Frl. Wommy Wonder übernimmt nicht nur die Moderation, sondern führt auch versiert Regie – und wer den Travestie-Star bei der Arbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern erlebt hat, der spürt, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben. „Es tut einfach gut, in diesen Zeiten wieder mal auf der Bühne zu stehen und Kollegen zu treffen“, sagt die Kabarettistin Sabine Schief, die sonst um diese Jahreszeit stets einen gut gefüllten Terminkalender hat – derzeit geht seit vielen Wochen Corona-bedingt gar nichts. Und der LinkMichel, der sonst große Hallen füllt, findet: „Es ist schön, dass dieses Projekt ins Leben gerufen wurde. Die Kultur braucht in diesen Zeiten mehr solcher Plattformen, um sich zu präsentieren.“

So meldet man sich an:

Das Ticket für die komplette EZ-Kulturwoche im Netz kostet einen Euro und kann unter live.es-tv.de erworben werden. Wer die Seite aufruft, klickt unter dem Beitrag „EZ-Kulturwoche“ auf den Button „Jetzt Ticket sichern!“, füllt alle Kontaktdaten aus (auf korrekte Mail-Adresse achten) und wählt die gewünschte Zahlungsart aus. Das digitale Ticket wird binnen weniger Minuten einschließlich einer Anleitung zur Nutzung des Videostreams per E-Mail zugeschickt.

Das Programm der EZ-Kulturwoche „Kultur.Gut!“ im Überblick:

Fünf Abende lang führt Frl. Wommy Wonder von 12. bis 16. Dezember jeweils ab 19.30 Uhr durch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm im Netz.

Samstag, 12. Dezember: Als „schwäbischer Botschafter“ zeigt Wolfgang Seljé in seinen Plaudereien und Liedern, dass Schwaben offen, kreativ, gesellig und witzig, geistreich, nachdenklich und kritisch sein können. Der Kabarettist LinkMichel frotzelt sich durch Abgründe des Alltags und erzählt vom schweren Los des Ehepartners und Vaters. Und das Dirk Blümlein Terzett bietet feinen Jazz – virtuos und humorvoll dargereicht. Die drei Musiker spielen seit vielen Jahren zusammen. Sie verstehen sich blind und suchen nach immer neuen musikalischen Möglichkeiten.

Sonntag, 13. Dezember: Der Comedian Markus Zipperle, bekannt als „Jäger des verlorenen Witzes“, zeigt sich von einer überraschenden Seite. Die Gscheidles bieten schwäbisches Kabarett – spontan, improvisationsfreudig, schlagfertig und voller Spielfreude. Und im zweiten Teil des Abends jazzt Nola: Die fünf Musiker haben sich dem Stil klassischer Brassbands verschrieben – den mitreißenden Vibe dieser Musik leben sie spielend, singend und tanzend auf der Bühne aus.

Montag, 14. Dezember: Galgenstrick Erich Koslowski kommentiert die Irrungen und Wirrungen der Gegenwart blitzgescheit und mit spitzer Zunge – mit Vorliebe in seiner Paraderolle als Pöbel-Opa. Das Duo Phantasma mit Michael Stülpnagel und Johannes Weigle serviert Appetithäppchen aus seiner Inszenierung „Novecento“, die die Legende vom Ozeanpianisten literarisch-musikalisch und sehr poetisch interpretiert. Buddy & Ela garnieren bekannte Melodien mit humorvollen schwäbischen Texten. Den musikalischen Part übernehmen der Posaunist und Pianist Uli Gutscher und der Gitarrist Werner Acker, die in ihren Duo-Conceptions ei­nen weiten Bogen von groovigen Eigenkompositionen über Balladen und Jazz-Standards zu Gospel und Soul spannen.

Dienstag, 15. Dezember: Die Kabarettistin Sabine Schief gibt sich spritzig, charmant und herrlich schräg. Und ihre Kollegin Käthe zeigt, was Frau anstellen muss, um den etwas trägen schwäbischen Mann in Schwung zu bringen und zu halten – und wie sich eine Frau fühlt, die seit Jahren ihren 35. Geburtstag feiert. Das Duo Lukoschek & Anders setzt einen warmherzigen musikalischen Akzent. Im zweiten Teil des Abends präsentieren Martin Schnabel (E-Geige) und Matt Fleischmann (Gitarre) eigene Kompositionen, die sich aus ei­nem Fundus von Weltmusik, Rock, Blues und Klassik bis hin zu Heavy Metal bedienen.

Mittwoch, 16. Dezember: Der Kabarettist Thomas Schreckenberger macht sich pointiert seinen eigenen Reim auf das aktuelle Zeitgeschehen. Babs Steinbock und Olaf Nägele machen als schwäbische Humorwerker Comedy mit Herz und Hirn. Der Sänger Sascha Diener hat für diesen Abend einen neuen Song über das Leben in Corona-Zeiten komponiert. Das musikalische Finale bestreiten Edgar Müller-Lechermann und Christoph Berner, die in ihren Duo-Concepts zeitgemäß interpretierte Klassiker von Schumann, Debussy, Hindemith, Brahms, Bartók und Chopin und Kompositionen der Gegenwart bieten.

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