Die Stadt organisiert Unterkünfte für die Opfer. Der Erste Bürgermeister Fabian Mayer hat eine klare Forderung an die Netze BW formuliert.
Es gibt nach dem Schock vom Mittwoch auch eine gute Nachricht für die Bewohnerinnen und Bewohner des bei der Gasexplosion zerstörten Hauses an der Vaihinger Katzenbachstraße: Sie können bald neue Wohnungen bekommen. Die ersten Tage kommen sie in einem Hotel unter, danach bietet ihnen die städtische Wohnungsbaugesellschaft SWSG eine neue Bleibe an.
Die Stadt will aber noch mehr für die zwei Familien, die von der Explosion schwer betroffen sind, und für die weiteren Anwohnerinnen und Anwohner: „Wir erwarten, dass die Netze BW die Ursache für diese Explosion aufklärt und kommuniziert. Außerdem will die Stadtverwaltung wissen, welche Schritte als Nächstes unternommen werden, um die Sicherheit der Anwohner zu garantieren“, sagte der Erste Bürgermeister Fabian Mayer (CDU) nach einem Besuch in Vaihingen.
Netze BW: „Alter der Leitung ist nicht allein ausschlaggebend für Störanfälligkeit“
An der Katzenbachstraße war am Mittwoch bei einer Explosion in einem Wohnhaus eine Außenwand eingestürzt, weitere Teile des Gebäudes wurden beschädigt. Als Ursache gilt ein in der Straße vor dem Haus vermutetes Leck in der Gasleitung. Da das Haus keinen Gasanschluss hatte, ist noch zu klären, wie das Gas in das Gebäude eindringen konnte. Möglich wäre, dass es sich einen Weg durch den Boden suchte, von einer defekten Leitung ausgehend – wie bei einem Unglück in Luginsland 1997 geschehen.
Die Netze BW hat das 1932 verlegte Leitungsteil, in dem die Ursache vermutet wird, abgetrennt. Es soll nun ausgebaut und „in enger Zusammenarbeit mit den Behörden“ in den kommenden Tagen näher untersucht werden. Die Brandermittler der Polizei sind eingeschaltet. Mitte 2021 sei das Leitungsstück im Rahmen der turnusgemäßen Kontrollen mit Messgeräten abgegangen worden sein. In Stuttgart sind rund 4,2 Prozent der Gasleitungen älter als Baujahr 1950. Das Alter alleine ist nicht ausschlaggebend für Störanfälligkeiten, teilte die Netze BW mit.