Der Firma Rexer aus Calw wird vorgeworfen, ihre Busfahrer nicht nach Tarif zu bezahlen. Die Firma selbst spricht von „haltlosen Anschuldigungen“. Foto: Ines Rudel

Zahlt die Firma Rexer nach Tarif oder nicht? Ein Fachmann soll die Frage klären.

Esslingen - In der Kritik stehen die Arbeitsverträge, die das Calwer Busunternehmen Rexer mit seinen meist ausländischen Busfahrern abgeschlossen hat. Die Vorwürfe erhob die Gewerkschaft Verdi zusammen mit dem Konkurrenzunternehmen Fischle & Schlienz. Sie sagen, dass Rexer seine Busfahrer nicht nach Tarif bezahlen würde. Tariftreue jedoch war eine der entscheidenden Voraussetzungen, unter denen Rexer das Linienbündel in Esslingen überhaupt bekommen hatte. Die Stadt will jetzt einen unabhängigen Gutachter bestellen, der die Verträge unter die Lupe nimmt.

„Kein Fehlverhalten gegeben“

Rexer selbst streitet ab, dass er Tarifflucht begehen würde. Die Vorwürfe seien haltlos, ein Fehlverhalten sei von Seiten der Firma nicht gegeben, ließ das Unternehmen in einer Stellungnahme wissen. Rexer bot daraufhin an, die Stadt Esslingen könne in die Arbeitsverträge ihrer Busfahrer Einsicht erhalten.

Die Kritik bot der CDU-Fraktion Anlass, in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungssausschusses am Montag bei der Verwaltung nachzubohren. Das Ergebnis hat die Stadt Esslingen gleich am nächsten Tag mitgeteilt. Die Verwaltung wird einen unabhängigen Gutachter einsetzen, der die Arbeitsverträge prüft. Dies geschieht zusammen mit dem Landratsamt Heilbronn, weil Rexer auch im Landkreis dort einige Buslinien betreibt.

Überhaupt hatte die Calwer Firma Rexer in Esslingen bislang keinen guten Start gehabt. Die Fahrgäste klagten immer wieder über die schwierige Kommunikation mit den Busfahrern, die sehr schlecht Deutsch gesprochen hätten, zudem seien in der Anfangszeit die Linien unzuverlässig bedient worden. Die Frage nach der Tariftreue ist für Rexer zumindest in Esslingen überlebenswichtig. Denn der zuständige Dezernent in Esslingen, der Finanzbürgermeister Ingo Rust, stellte eines unmissverständlich klar: „Wir arbeiten nicht mit Unternehmen zusammen, die sich nicht an den Tarifvertrag halten.“

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