Im Rahmen eines eSport-Events beim VfB Stuttgart spielen Julian Green, Profi-eSportler „Marlut“, Daniel Ginczek und Profi-eSportler „Dr. Erhano“ (v.l.) Fifa auf der Playstation Foto: Pressefoto Baumann

Der elektronische Sport, kurz eSport entwickelt sich in Deutschland immer mehr zu einer attraktiven Disziplin. Bei regelmäßig stattfindenden Wettkämpfen verdienen Spieler bis zu siebenstellige Beträge. International liegt die Preisgeldgrenze jedoch noch höher.

Stuttgart - Der elektronische Sport, genannt eSport, entwickelt sich in Deutschland von einer ehemaligen Nischensportart derzeit zu einer professionellen und durchaus profitabeln Disziplin. Mittlerweile finden auch hierzulande regelmäßig Wettkämpfe statt, die im Größenvergleich mit Turnieren in den führenden eSport-Nationen, wie den USA, China oder Südkorea, jedoch weiter deutlich hinterher hinken.

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Gespielt werden viele unterschiedliche Videospiel-Titel: Neben den klassischen Sportsimulationen, wie Fifa oder Madden NFL, sind vor allem Strategiespiele wie League of Legends und Dota2 oder Egoshooter wie Call of Duty oder Counter Strike bei den Wettkämpfen vertreten. Bei diesen Multiplayer-Onlinespielen kämpfen ganze eSport-Teams gegeneinander, um am Ende Preisgelder im bis zu siebenstelligen Bereich zu erhalten.

Deutschlands eSport-Szene

In Deutschland ist der eSport-Bund Deutschland (ESBD) Vertreter des organisierten eSport. „Aus den losen Teamstrukturen deutscher Videospieler haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr professionelle eSport-Organisationen gebildet. Diese rund 30 Teams nehmen mittlerweile auch an internationalen Wettkämpfen teil“, so Hans Jagnow, Präsident des ESBD. Exakte Zahlen von „professionellen eSport-Athleten wurden bisher nicht erfasst“, schreibt der ESBD in seiner Publikation „eSport in Deutschland 2018“. Experten würden von einer dreistelligen Anzahl an deutschen eSport-Profis ausgehen, die mit ihrer Tätigkeit zumindest einen relevanten Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten können, ist in der Publikation zu lesen.

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Die größte deutsche eSport-Veranstaltung findet seit 2016 jährlich in der Kölner Lanxess-Arena statt. Beim ESL One Cologne spielten 16 Teams vor rund 15 000 Zuschauern das bekannte Egoshooter-Game Counter Strike – den Gewinner winken 300 000 US-Dollar (261 000 Euro). Zum Größenvergleich reicht ein Blick über den Teich: Beim bisher größten eSport-Turnier The International 2018, einem Dota2-Wettkampf im kanadischen Vancouver, kämpften die Profi-Teams um Preisgelder von über 25 Millionen US-Dollar (21,8 Millionen Euro). Das Finale sahen weltweit 15 Millionen Menschen über extra eingerichtete Livestreams. Bei diesen monetären Dimensionen und der stetig wachsenden Popularität stellt sich für Fans und Profis in Sachen Zukunftsaussichten wohl dieselbe Frage: Wo geht die Reise hin?

Wird eSport einmal olympisch?

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) lud im Juni 2018 zu einem eSport-Forum in Lausanne ein, dort sprachen Vertreter des Olympischen Sports, eSport-Branchengrößen sowie professionelle eSportler über die Zukunft dieser Disziplin.“ Die sportliche Leidenschaft ist eindeutig das, was uns zusammenbringt“, sagte IOC-Chef Thomas Bach. Bis zu einer Entscheidung über eine Aufnahme von eSport in das olympische Programm sei es aber noch ein langer Weg. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir eine Reihe von offenen Fragen beantwortet haben. Bis dahin macht es keinen Sinn über die Aufnahme ins olympische Programm zu sprechen.“

Einen ersten Schritt in diese Richtung gingen die Verantwortlichen der Asienspiele 2018. Dort war eSport als Demonstrationssportart vertreten, die gewonnenen Medaillen zählten also nicht zum Gesamtmedaillenspiegel der regulären Athleten. Ab 2022 soll eSport bei den Asienspielen als eigenständige Sportart vertreten sein.

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