Die Gäste sind angetan von den ersten Biertagen. Foto: Horst Rudel

Die Gäste haben auf dem Schlossplatz in Göppingen vier Tage lang die Qual der Wahl: Insgesamt stehen 40 Sorten zur Auswahl. Im nächsten Jahr soll es eine Fortsetzung geben,

Göppingen - Mit jedem Schluck schmeckt das besser“, sagt ein Mann und nickt Jürgen Arndt anerkennend zu. Arndt betreibt in Esslingen die Versuchsbrauerei Inspirationsbräu und schenkt an diesem Tag auf dem Göppinger Schlossplatz sogenanntes Craft Beer, also handwerklich hergestelltes Bier, aus. Insgesamt 40 Sorten sind bei diesen ersten Göppinger Biertagen zu haben, die von Donnerstag bis Sonntag gehen. Außer Craft Beer werden an vier weiteren Ständen Bierspezialitäten renommierter Brauereien aus der näheren Umgebung und aus Bayern gezapft. Das Sortiment reicht von Andechser Doppelbock über Hilsenbecks Stiefelpils bis hin zum Meckatzer Weizen alkoholfrei.

Neue Geschmackswelten

Bräsige Bierzeltseligkeit? Fehlanzeige. Leise Musik weht über den Schlossplatz, die Stimmung ist entspannt. Die Gäste sitzen vor schlanken 0,3-Liter-Gläsern und lassen sich die süffigen Tropfen auf der Zunge zergehen. Markus Schorm aus Schorndorf nippt an einem Maisel’s Weißbier. „Das kann man trinken.“ Sagt’s und nimmt noch einen Schluck. Seine Begleiterin Silvia Zettel taucht derweil in eine völlig neue Biergeschmackswelt ein. Sie trinkt ein Sommerbier mit Holunder aus dem Craft-Beer-Sortiment. „Da schmeckt man wirklich den Holunder heraus“, sagt sie. Zwei andere Gäste kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass jedes gewöhnliche Bier aus dem Supermarkt im Vergleich zu einem Craft-Beer wie eine „Plörre“ schmecke. Vor ihnen steht eine Flasche 7.45 Escalation.

Hopfen ist auch gesund

Ganz nach dem Geschmack von Mathias Pulvermüller ist der Verlauf der Biertage. Der Gastronom ist der Initiator dieser Veranstaltung. Die Resonanz der Gäste ist für ihn ein Zeichen, dass seine Idee ankommt. Deshalb soll es im nächsten Sommer eine Fortsetzung geben. Bewusst hat Pulvermüller auf Blasmusik verzichtet und Bands engagiert, die eher unterkühlt Blues und Evergreens spielen. „Es ist nicht der Sinn, Volksfeststimmung zu erzeugen, es geht um den Genuss“, erläutert er. Die Besucher der Biertage sollten die Möglichkeit haben, auf dem neu gestalteten Schlossplatz „schöne Biere“ zu probieren. „Viele wissen gar nicht, dass ein Bier mehr sein kann, als Hopfen, Malz, Gerste und Wasser.“ Auch er schätzt hin und wieder den Genuss eines Craft Beers von Maisel’s. „Leider hat das viele Prozente, da kann man nicht viel davon trinken.“

Jürgen Arndt, der vor zwei Jahren das Bierbrauen zu seinem Hobby erkoren hat, erklärt derweil unermüdlich, was ein Craft Beer von einem normalen Gerstensaft unterscheidet. Vor allem der Hopfen mache den Unterschied. „Wir konstruieren eine starke Hopfenblume in das Bier“, sagt der Bierbrauer aus Leidenschaft, der von Haus aus Ingenieur ist. Da es viele Sorten Aromahopfen gebe, könne man die verschiedensten Geschmacksrichtungen in das Bier hineinzaubern. Im Übrigen habe Hopfen auch gesundheitsfördernde Eigenschaften. „Er beseitigt freie Radikale und hat eine antibakterielle Wirkung.“

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