Stuttgart richtet eine bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle in der Schleyerhalle ein Foto: dpa

500 Flüchtlinge kommen derzeit jeden Tag nach Baden-Württemberg. Das Land weiß nicht mehr wohin mit all den Menschen. Deshalb wird jetzt auch die Schleyerhalle zur Unterkunft auf Zeit.

Stuttgart - Erst eine Messehalle in Karlsruhe, jetzt die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart: Der Flüchtlingsstrom macht ungewöhnliche Unterkünfte nötig. Die Landeshauptstadt stellt dem Land vorübergehend zwei Nebenhallen ihrer größten überdachten Sport- und Kulturstätte zur Verfügung. Die Hallen 3 und 4 der Schleyerhalle an der Ecke Benz- und Mercedesstraße werden zur Erstaufnahmeeinrichtung auf Zeit. Bereits am Samstag sollen dort bis zu 500 Flüchtlinge einziehen. Dies teilte die Stadt am Donnerstagnachmittag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Das Land ist in akuter Not bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Stuttgart stellt sich in dieser Situation der gemeinsamen Verantwortung und ist selbstverständlich bereit, auch kurzfristig zu helfen“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Die Unterkunft ist befristet bis zum 27. August. Weil einige Tage später in der benachbarten Porsche-Arena die Gymnastik-Weltmeisterschaft beginnt, werden die Flächen zu diesem Zeitpunkt gebraucht. Veranstaltungen seien bis dahin nicht betroffen.

Schleyerhalle dient als Puffer

„Derzeit kommen jeden Tag 500 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg“, sagte ein Sprecher des Integrationsministeriums. Landesweit seien 16 000 Asylbewerber in 14 Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Bei der Schleyerhalle gehe es zunächst darum, einen Puffer für die nächsten Tage zu schaffen. Ob es bei einer einmaligen Aktion bleibt, ist derzeit offen.

Derweil haben sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) als auch sein CDU-Herausforderer zur Landtagswahl 2016, Guido Wolf, am Donnerstag die Erstaufnahmestelle in Ellwangen besucht. Die platzt aus allen Nähten. In den nächsten Monaten sollen noch mehr Flüchtlinge ankommen, sagte Kretschmann. Dies sei eine große Herausforderung für Land und Kommunen. Trotzdem sei die Situation in Baden-Württemberg noch vergleichsweise gut.

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