Uwe Hück vor seinem „Revolutionsbüro“, das seine Anlaufstelle für die Bürger sein soll. Foto: dpa

Zwei Tage nach seiner Wahl als Gemeinderat im Pforzheim geriet das Gehalt von Uwe Hück aus seiner Zeit als Porsche-Betriebsratschef ins Visier der Justiz. Sie beschuldigt Porsche-Vorstände, ihm zu viel Gehalt gezahlt zu haben. Die Pforzheimer SPD, für die Hück nun arbeitet, gibt sich davon unbeeindruckt.

Stuttgart - Die Ermittlungen um möglicherweise überhöhte Gehaltszahlungen an den ehemaligen Porsche-Betriebsratschef, Uwe Hück, haben nach Aussage der SPD keine Auswirkungen auf die Arbeit Hücks in der Partei. Hück war am Sonntag als Spitzenkandidat der SPD in den Pforzheimer Gemeinderat eingezogen, nachdem er im Februar völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Betriebsratsvorsitzender der Porsche AG zurückgetreten war.

Zwei Tage nach der Wahl durchsuchten Ermittler nach Informationen unserer Zeitung unter anderem die Privatwohnung von Hück und das Büro von Oliver Blume, um nach Indizien für den Vorwurf zu suchen, das Unternehmen habe Hück ein unangemessen hohes Gehalt gezahlt. Das Ermittlungsverfahren, in dem Hück nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge geführt wird, habe auf die Arbeit der SPD im Gemeinderat und darüber hinaus keinen Einfluss, erklärte die Kreisvorsitzende Annkathrin Wulff unserer Zeitung.

Porsche: Wir haben Gehälter geprüft

Ob sich die Vorwürfe erhärten, wird sich erst im Lauf des Verfahrens zeigen. Nach Ansicht des Automobilprofessors Stefan Bratzel zeigen die Ermittlungen, dass Porsche möglicherweise nicht ausreichend aus den Erfahrungen bei der Konzernmutter Volkswagen gelernt hat. Auch dort interessieren sich die Ermittler für die Bezüge des Betriebsratschefs, die daraufhin vorübergehend stark gekürzt und nach einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht wieder erhöht wurden.

Ein Porsche-Sprecher sagte unserer Zeitung, das Unternehmen habe die Angemessenheit der Betriebsratsvergütungen gegenüber den Finanzbehörden von sich aus zur Diskussion gestellt. Zudem habe Vorstandschef Blume umfangreiche Maßnahmen angestoßen, um die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen.

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