Die Produktionshalle von Akku-Power ist völlig zerstört. Foto: Horst Rudel

Nur eine Woche vor dem aktuellen Großbrand in Schorndorf hatte es die örtliche Feuerwehr mit einem weiteren Großfeuer zu tun gehabt. Die Brandermittler werden dort wohl erst in zwei Wochen tätig.

Schorndorf - Nur sieben Tage vor dem jetzigen Ereignis in der Göppinger Straße hat die Schorndorfer Feuerwehr ein Großbrand in dem Gewerbegebiet Steinwasen in Atem gehalten. Der örtliche Kommandant Jost Rube sprach nicht nur angesichts des Schadens, der auf 1,5 Millionen Euro geschätzt wird, von einem der schwierigsten Brände, die er in den vergangenen Jahren erlebt habe. Nachdem das Feuer am Montagabend gegen 21.30 Uhr ausgebrochen war, brauchte die Feuerwehr, die mit mehr als 80 Kräften und 13 Fahrzeugen im Einsatz war, bis halb eins in der Nacht, um den Brand zu bekämpfen.

Schwierige Löschbedingungen

Besonders heikel gestalteten die Löscharbeiten in der Fertigungshalle der Firma Akku Power die dort produzierten Waren: Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Weil davon auszugehen war, dass sich im Löschwasser gelöste Kobalt- und Nickelverbindungen befinden, die als krebserregend eingestuft werden, ging auch nach dem erfolgreichem Löschen die Arbeit weiter. Das Kommando übernahm die Umweltbehörde des Landratsamts, genauer: der Fachbereich oberirdische Gewässer und Abwasser.

Dieser stellte fest, dass die Firma nicht nur wegen einer vor 20 Jahren nachträglich installierten Brandschutzwand, die ein Übergreifen auf angrenzende Büros und Versandgebäude verhinderte, Glück im Unglück gehabt hatte. Das Gebäude verfügt auch über eine geschlossene Bodenwanne, wegen der die Behörde davon ausgeht, dass kein kontaminiertes Löschwasser ins Grundwasser gelangt ist. Dieses sei aufwendig abgepumpt und in Kanister gefüllt worden, um es bei einem Spezialunternehmen fachgerecht zu entsorgen, sagt David Bech, der Inhaber und Geschäftsführer der Firma, die in Schorndorf und an anderen Standorten insgesamt rund 120 Mitarbeiter beschäftigt.

Zuvor indes muss das Umweltschutzamt noch prüfen, mit welchen Inhaltsstoffen man es genau zu tun hat. Diese Untersuchung sei bei einem externen Labor in Auftrag gegeben worden, sagt eine Sprecherin des Landratsamts auf Nachfrage – ein Ergebnis stehe indes nach wie vor aus.

Kriminaltechniker haben Gebäude noch nicht betreten

Auch bei den Untersuchungen zur Brandursache gibt es noch kein Ergebnis. Laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen hätten die Kriminaltechniker das Gebäude noch nicht betreten können – zum einen wegen der noch ungeklärten Statik, zum anderen weil wegen möglicherweise gefährlicher Stoffe im Bauschutt Spezialausrüstung vonnöten sei. Diese sei angefordert, ein Termin mit Spezialisten des Landeskriminalamts sei allerdings erst in etwa zwei Wochen möglich.

Die Firma ist unterdessen mit Hochdruck auf der Suche nach einem Standort, an dem man die Produktion zumindest interimsweise wieder aufnehmen kann. Zwar werde der größte Teil der Fertigung in Tschechien erledigt, dennoch habe der Ausfall in Schorndorf durchaus zu Lieferengpässen geführt, räumt David Bech ein. Das Equipment, das für die Produktion der Akkus benötigt werde, sei bestellt. Bech rechnet damit, dass man binnen drei Wochen loslegen könne, wenn eine geeignete Räumlichkeit gefunden sei.

Unabhängig von dem Brand plant die Firma schon länger eine Erweiterung auf dem ehemaligen Bauknecht-Areal in Schorndorf. Doch ein Neubau könne erst frühestens Ende 2020 bezogen werden, außerdem sei dort an die Herstellung anderer Produkte gedacht.

Großes Lob an die Feuerwehr

Die ausgebrannte Produktionshalle im Steinwasen soll aller Voraussicht nach abgerissen und dann wieder neu aufgebaut werden. Doch auch in dieser Hinsicht wird man erst die Untersuchungen der Umweltschutzbehörde abwarten müssen.

Unabhängig davon, wie alles ausgeht, eines steht für David Bech nach der ganzen Misere fest: der Respekt vor der örtlichen Feuerwehr. Die habe unter schwierigsten Bedingungen einen tollen Job gemacht.

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