Der Chef der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL), Tilman Hepperle, äußert sich zum Thema Müll im Kreis Ludwigsburg.
Tilman Hepperle ist der Geschäftsführer der AVL und kennt sich aus mit der Müllentsorgung. Dass die hierzulande weitgehend reibungslos funktioniert, werde oft als zu selbstverständlich angesehen, sagt er. Denn wie in anderen Branchen fehlt es auch hier an Personal.
Herr Hepperle, gibt es noch Beschwerden wegen des Entsorgerwechsels?
Sie haben sich massiv reduziert. In unserem Servicecenter gehen täglich 20 bis 80 Reklamationen ein – bei etwa 14 000 Leerungen von Rest- und Biomülltonnen. Nach dem Entsorgerwechsel 2022 waren es mehrere hundert Beschwerden täglich.
Wie gut funktioniert die Mülltrennung im Landkreis?
Die allermeisten Menschen im Landkreis trennen ihre Abfälle sehr gut. Leider können einzelne „Ausreißer“ erheblichen Schaden anrichten. Wenn etwa Plastiktüten im Biomüll landen, kann man sie kaum komplett heraussortieren; bei der Vergärung ist das ein gefährlicher Störstoff. Und wenn Restmüll in der Papiertonne landet, sinken Qualität und Verkaufserlöse des Papiers – und die Müllgebühren sind höher als nötig.
Wenn Sperrmüll rausgestellt wird, sieht es manchmal schlimm aus . . .
Die Kunden bekommen mit dem Termin Informationen zur richtigen Bereitstellung. Wenn jemand was dazustellt, wird es in der Regel mitgenommen, wenn es nicht insgesamt zu viel ist. Wird ohne Anmeldung Sperrmüll rausgestellt, muss er nach Prüfung als wilder Müll eingesammelt werden. Auch das kostet die Allgemeinheit Geld.