Bei der IHK kracht es gewaltig Foto: dpa

Eigentlich hätte die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart am Mittwoch über wichtige Themen diskutieren sollen. Doch dazu kam es nicht. Die kammerkritische Kaktus-Gruppe verließ die Sitzung unter Protest.

Eigentlich hätte die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart am Mittwoch über wichtige Themen diskutieren sollen. Doch dazu kam es nicht. Die kammerkritische Kaktus-Gruppe verließ die Sitzung unter Protest.

Stuttgart - Die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK) hat am Mittwochabend einen handfesten Eklat erlebt. Die Vollversammlung, also das Parlament der regionalen Wirtschaft, musste seine Sitzung abbrechen. Das Gremium war nicht mehr beschlussfähig, nachdem die sogenannte Kaktus-Gruppe unter Protest die Sitzung verlassen hatte.

Die kammerkritische Gruppe, die sich unter anderem für eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft einsetzt, fühlte sich zu Unrecht ausgebremst. „Wir wollten über Themen diskutieren, die bereits mehrfach verschoben worden sind, zum Teil über Monate“, sagt Clemens Morlok von der Kaktus-Gruppe. Das Präsidium habe das abgelehnt. „Das halten wir für zutiefst undemokratisch. Abstimmungsniederlagen kann man akzeptieren, nicht aber, dass über Themen gar nicht diskutiert wird“, so Morlok.

Das Präsidium sieht die Schuld dagegen bei den Kammerkritikern. Die Vollversammlung habe darüber abgestimmt, ob die Tagesordnungspunkte der Kakteen zeitlich bevorzugt behandelt werden sollen, so IHK-Präsident Georg Fichtner. Dafür habe es keine Mehrheit gegeben. „Ich bedaure sehr, dass eine mehrheitlich getroffene Entscheidung, eine Sitzung wie geplant zu machen, nicht akzeptiert wird“, so Fichtner.

Die IHK kündigt nun an, zügig eine neue Sitzung anzuberaumen. Am Mittwoch hätte es unter anderem um ein Kaufangebot der Bahn für den alten IHK-Bürobau in der Jägerstraße gehen sollen, der einem der Stuttgart-21-Tunnel im Weg ist.

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